In Dutzenden französischen Städten und der Hauptstadt Paris werden am vierten Wochenende in Folge Massenproteste gegen die Verschärfung der Corona-Regeln erwartet. An diesem Samstag werde wie bereits am vergangenen mit rund 200 000 Demonstranten gerechnet, berichteten französische Medien unter Verweis auf Polizeikreise. Der Unmut richtet sich gegen eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und eine Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses. Als Gesundheitspass wird in Frankreich der Nachweis über einen negativen Corona-Test, eine Genesung oder eine vollständige Impfung bezeichnet.
Die Vorlage des digitalen Gesundheitspasses wird bereits im Kino oder bei Großveranstaltungen verlangt, ab Montag ist er auch zum Besuch von Restaurants und Bars und bei Reisen per Flugzeug oder Fernzug erforderlich. Der französische Verfassungsrat gab am Donnerstag weitgehend grünes Licht für die verschärften Regeln. Da Corona-Tests für die Bevölkerung demnächst nicht mehr kostenlos sein sollen, werden die Regelungen von Kritikern als Impfzwang gesehen. Präsident Emmanuel Macron appellierte unterdessen in einer Videobotschaft an die Solidarität und den Gemeinsinn der Bevölkerung. Es gehe nicht nur um individuelle Freiheit, sondern ebenso den Schutz der Mitmenschen.
Frankreich steckt derzeit in einer vierten Corona-Welle. Innerhalb einer Woche infizierten sich zuletzt landesweit etwa 225 Menschen auf 100 000.