Bayreuth Polizei weitet im Fall Peggy Suchmaßnahmen aus

Die Ermittler hoffen auf weitere Funde. 
Die Ermittler hoffen auf weitere Funde.  © Foto: dpa
DPA 07.07.2016

Die Suche nach Beweisen zum Fall Peggy K. ist ausgeweitet worden. Außer am Fundort der Skelettteile in einem Waldgebiet suchte die Polizei auch an den Zufahrtstraßen zu dem Wald, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth mit. Insbesondere in Straßengräben, auf Seitenstreifen und in anderen relevanten Bereichen hätten die Ermittler nach Spuren und Gegenständen gesucht.

Ein Pilzsammler hatte das inzwischen in der Rechtsmedizin eindeutig identifizierte Skelett von Peggy am Samstag entdeckt. Die damals Neunjährige aus dem fränkischen Lichtenberg war im Mai 2001 spurlos verschwunden. Wiederholte Suchen waren erfolglos geblieben.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Verbrechen aus. In einem ersten Prozess war ein geistig behinderter Mann 2004 als Sexualmörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, nach anhaltenden erheblichen Zweifeln an der Täterschaft wurde der Prozess aber 2014 neu aufgerollt. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde der Mann freigesprochen.

Die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag kündigte an, sie werde den Fall in das Parlament bringen. In einem Dringlichkeitsantrag verlangen die Sozialdemokraten von der Regierung Auskunft darüber, ob Personalwechsel in den Sonderkommissionen der Kriminalpolizei dazu geführt haben, dass Ermittlungsansätze nicht weiter verfolgt worden seien. Auch über Konsequenzen aus dem Fall für künftige Ermittlungsverfahren solle die CSU-Landesregierung berichten.