Wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg berichtet, ist bereits Ende Januar 2021 ein Mann in einem Studentenwohnheim in Weingarten (Kreis Ravensburg) getötet worden. Im Verdacht der Ermittler steht ein 17-Jähriger. Jedoch gab es zwischen der Staatsanwaltschaft Ravensburg und dem Haftrichter Unstimmigkeiten bezüglich des Tatverdachts.

Mit Messer auf Mann eingestochen - Tötungsdelikt in Weingarten

Der Grund: Am 26.1.2021 war die Leiche eines 37-Jährigen in dem Studentenwohnheim im Landkreis Ravensburg gefunden worden. Wegen Geldforderungen aus Drogengeschäften soll er zunächst auf den 17-Jährigen eingeschlagen und ihn gewürgt haben. Der Jugendliche soll den Mann dann mit einem Messer erstochen haben. Ein Haftbefehl wurde zunächst nicht erlassen, da der Haftrichter von einer „nicht ausschließbaren Notwehr-Lage“ ausging.

Untersuchungshaft nach Messer-Attacke in Studentenwohnheim im Kreis Ravensburg

Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein. Anders als das Amtsgericht gehe das Landgericht Ravensburg nicht von Notwehr aus, berichten Oberstaatsanwalt Wolfgang Angster und Polizeihauptkommissarin Daniela Baier am Dienstag, 9.2.2021 in einer gemeinsamen Erklärung. Deshalb habe die 2. Strafkammer des Landgerichts [Link auf https://landgericht-ravensburg.justiz-bw.de/pb/,Lde/Startseite] mit Beschluss vom 3.02.2020 die Entscheidung des Haftrichters aufgehoben: Gegen den 17-Jährigen wurde nun Untersuchungshaft wegen des
  • dringenden Verdachts des Totschlags,
  • des bewaffneten Handels mit Drogen in nicht geringer Menge sowie
  • des vorsätzlichen Führens eines verbotenen Gegenstandes
angeordnet.
Der jugendliche Tatverdächtige wurde befindet sich seither in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.