Die Geschichten von Navis, die ihren Besitzern einen Streich spielen, häufen sich. Geschichten von Autofahrern, die eigentlich einen kleinen Ausflug machen wollten und Ländergrenzen später merken, dass die Verkehrsschilder irgendwie fremd aussehen. Oder anderen, die sich nachts fast in Flüsse leiten lassen. Dabei sollten die Geräte doch eigentlich mal  helfen.

Anders als mit einem Navigationsfehler lässt sich auch die Geschichte eines Lkw-Fahrers kaum erklären, der die Mission hatte, einen Pistenbully von Laupheim (Kreis Biberach) ins Tiroler Skigebiet – genauer gesagt nach Seefeld – zu transportieren. Eigentlich trennen Laup­heim und Seefeld nur 200 Kilometer. Nicht aber, wenn man einen Abstecher macht: 757 Kilometer später fand sich der Fahrer zwischen Backsteinhäusern und erstaunlich wenigen Bergen wieder, mitten in der schleswig-holsteinischen Provinz. Der beschauliche Ort heißt auch Seefeld, doch damit endet die Liste der Gemeinsamkeiten auch schon. Schnee und Skipisten jedenfalls sucht man dort vergebens.

Der Firma in Laupheim ist das Missgeschick sichtlich peinlich: „Einem unserer eigenen Fahrer wäre das nicht passiert“, sagt Sprecherin Maria Schackert. Heute soll die Raupe dann wirklich in Tirol ankommen, wo sie pünktlich zur Skisaison sehnsüchtig erwartet wird. Es sei denn natürlich, dem Fahrer kommt das nächste Seefeld in die Quere. In Deutschland gibt’s davon noch 17.

Mona Beyer