Mekka / DPA  Uhr

Für viele gläubige Muslime ist es der Höhepunkt ihres Lebens: Mehr als zwei Millionen Pilger haben in der saudi-arabischen Stadt Mekka die muslimischen Wallfahrt Hadsch begonnen. Sie folgen von Freitag an genau festgelegten Pilger-Ritualen.

Nach Angaben des Königreichs sind dafür mehr als 1,8 Millionen Muslime aus dem Ausland angereist. Wegen der riesigen Menschenmenge gibt es strenge Sicherheitsvorkehrungen, damit Zwischenfälle ausbleiben.

Der Hadsch gehört zu den fünf Grundpflichten des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben in die für Muslime heilige Stadt Mekka pilgern. Zum Auftakt der Wallfahrt treten die Gläubigen in einen Weihezustand. Dafür tragen Männer etwa nahtlose weiße Gewänder. Die einheitliche Kleidung soll die Gleichheit aller Muslime vor Gott symbolisieren.

Zunächst umrundeten die Pilger sieben Mal das würfelförmige Gebäude der Kaaba im Hof der Großen Moschee von Mekka. Danach begaben sie sich am Freitag in das nahe gelegene Mina-Tal, wo sie in einer riesigen Zeltstadt die erste Nacht verbringen werden - nach Angaben der Königreich handelt es sich sogar um die größte Zeltstadt der Welt mit Platz für bis zu 2,6 Millionen Menschen.

Um die Strecke dorthin zu vereinfachen, standen Busse bereit. Die Wallfahrt ist für die Gläubigen mit großen Anstrengungen verbunden, schon allein, weil die Temperatur in diesen Tagen bis auf fast 40 Grad steigt.

Vor vier Jahren waren bei einer Massenpanik während der Wallfahrt nach offiziellen Angaben mehr als 750 Pilger ums Leben gekommen. Inoffizielle Berechnungen kommen auf rund 2000 Todesopfer. Die Behörden ließen danach die Sicherheitsstrukturen überarbeiten.

Trotz schwerer diplomatischer Spannungen dürfen auch Pilger aus dem benachbarten Emirat Katar zur Wallfahrt. Allerdings sei nur eine geringe Anzahl Katarer im Land eingetroffen, sagte der Sprecher des saudischen Hadsch-Ministeriums. Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten 2017 eine Blockade über das Land verhängt und die Grenzen geschlossen. Auch die direkten Flugverbindungen nach Katar wurden eingestellt.

Geprägt wird die diesjährige Wallfahrt zudem von den Spannungen zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und seinem schiitischen Erzrivalen Iran. Ein Sprecher des saudischen Innenministeriums warnte die Gläubigen in den vergangenen Tagen, sein Land werde keine Versuche dulden, die die Rituale der Pilgerfahrt stören könnten.

Mekka und die nahe gelegene Stadt Medina gelten als die Wiege des Islams. Der saudische König Salman gewinnt einen wichtigen Teil seiner Legitimation aus der Hoheit über diese Orte. Er trägt deswegen auch den Titel „Diener der beiden Heiligen Stätten“.