Pessach, Passa oder Passcha – an diesem Tag feiern Juden das Ende der Sklaverei für das israelische Volk. Es ist eines der höchsten Feiertage im jüdischen Kalender und wird auf der ganzen Welt von Juden zelebriert.
In diesem Artikel sollen folgende Fragen beantwortet werden:
  • Wann findet der Pessach 2022 statt?
  • Was machen Juden an diesem Feiertag?
  • Was sind die Traditionen und Bräuche?
  • Warum wird Pessach gefeiert?

Pessach 2022: Wann ist der Feiertag in diesem Jahr?

Das Fest Pessach findet über mehrere Tage statt. Nach dem jüdischen Kalender findet das Fest vom 15. bis 21. Nisan statt. Bei der Übertragung in den bei uns gebräuchlichen Kalender schwankt das Datum immer etwas, fällt aber immer um März oder April. In diesem Jahr, 2022, beginnt der Pessach am 15. April und endet am 23. April.

Pessach: Die Juden ziehen aus Ägypten

In der Pessach-Woche erinnern Juden an den Auszug aus Ägypten, wo das Volk Israels in Sklaverei lebte. Im 2. Buch Mose, auch Exodus genannt, wird davon erzählt: Nachdem die Ägypter sich weigern, die Israelis gehen zu lassen, schickt Gott die zehn Plagen. Nach der Vollstreckung der zehnten Plage – die Tötung aller Erstgeborenen – lässt der Pharao die Juden ziehen. Die zehn Plagen sind:
  • Blut: Das Wasser wird einige Tage in Blut verwandelt
  • Frösche
  • Mücken
  • Fliegen
  • Viehpest, die alle Tiere tötet
  • Schwarze Geschwüre befallen die Menschen
  • Hagel
  • Heuschrecken
  • Dreitägige Finsternis
  • Tod aller Erstgeborenen
Nachdem die Juden aus Ägypten zogen, gingen sie durch die Wüste bis zum Berg Sinai, wo Moses die zehn Gebote von Gott erhält.

Seder: Wie wird das Pessach-Fest gefeiert?

Am Abend vor dem ersten Pessach-Tag, in diesem Jahr also der Abend des 15. April, findet der Sederabend statt. Der Seder ist das Festmahl, dass im Familienkreis nach dem abendlichen Gottesdienst in der Synagoge stattfindet. Es ist im Judentum eines der wichtigsten Familienfeste. Bevor des eigentliche Festmahl beginnt, werden Speisen, die auf dem Sederteller liegen, nach einem festen Ritual gemeinsam gegessen. Die Speisen haben symbolische Bedeutung und werden im Uhrzeigersinn vom Teller gegessen.
Traditionell stellt das jüngste Familienmitglied während des Festmahls die „vier Fragen“, die die Rituale und die Geschichte des Pessach erklären. Die Fragen werden an den Sederleiter gestellt. Die vier Fragen sind:
  • Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?
  • In allen andern Nächten essen wir Gesäuertes und Ungesäuertes – in dieser Nacht nur Ungesäuertes?
  • In allen anderen Nächten essen wir alle Arten von Kräutern – in dieser Nacht nur Bitterkraut?
  • In allen anderen Nächten müssen wir nicht eintunken, nicht ein einziges mal – in dieser Nacht zweimal?
  • In allen anderen Nächten essen wir sitzend oder angelehnt – in dieser Nacht alle angelehnt?
Nach dem Sederabend finden weitere Rituale statt. Eines der wichtigsten Aspekte ist das Essen von ungesäuertem Brot, „Matze“ genannt. Diese werden gegessen, weil die Israelis der Überlieferung nach keine Zeit hatten, bei dem Aufbruch aus Ägypten ihre Brote zu säuern. So wird dem Exodus auch kulinarisch gedacht.
Pessach endet mit dem Jiskor am letzten Abend der Woche. An diesem Tag beten die Lebenden für die Verstorbenen.