Outdoorküche für den Sommer

DPA 09.07.2016

Die Sonne scheint, Würstchen brutzeln auf dem Grill, die Freunde sitzen luftig gekleidet am Tisch: Eine Szene, die wohl in vielen Gärten im Sommer zu finden ist. „Grillen ist immer noch eines der Topthemen. Aber nicht nur das BBQ, sondern das Kochen unter freiem Himmel und damit auch Outdoorküchen werden immer beliebter“, sagt Stefan Lohrberg, Projektmanager der Gartenmesse spoga+gafa in Köln.

Aber ist die Outdoorküche mehr als ein Grill? „Eine Außenküche ist genau wie eine Küche im Haus“, findet Ebbo Christ von der German Barbecue Association. Doch: In den vielen kleinen Gärten lässt sich eine ganze Küchenzeile kaum unterbringen. Und: Lohnt sich das in Deutschland überhaupt – für die paar schönen Tage? Und wer bietet Freiluftküchen an?

Wer es wirklich ernst meint mit dem Kochen und Zubereiten, und auch noch Stauraum für Töpfe und Co. im Freien will, braucht laut Christ in der Regel eine Maßanfertigung. „Eine Außenküche lässt man sich vom Handwerker machen. Beispielsweise vom Landschaftsgärtner, Zimmermann oder Stahlbauer“, sagt er. Die Möbel müssen wetterfest sein, etwa aus Beton, Stahl, Naturstein oder Harthölzern. Und frostfest für den Winter. „Es gibt sogar einen Kühlschrank für den Garten. Ein normaler eignet sich nicht, da die Kühlflüssigkeit einfrieren kann“, sagt Christ. Das alles kostet: „Klar, das ist ein Luxusartikel“, betont der Grillexperte. „Zwischen 3000 und 100 000 Euro ist alles dabei. Die Schere geht extrem auseinander.“ Aber der Markt bietet auch einfache Einheiten an, die wenigstens rudimentäre Küchenelemente beinhalten. Sie erinnern oft an Servierwagen. Darin eingepasst sind Grillgeräte, es gibt auch Spülen und eine Kühlbox. Manche haben Induktionsherde dabei und Arbeitsflächen. Und vor allem: Sie sind rollbar und damit mobil oder mindestens so kompakt, dass man sie gut bei schlechtem Wetter ins Haus tragen kann.

„Multifunktionalität und Modularität stehen im Fokus“, beobachtet Lohrberg. „In der Standard-Variante verfügen Outdoorküchen meist mindestens über eine Kochstelle und eine Grillfunktion.“ Dem Herzstück sollte natürlich besonderes Augenmerk gelten: „Mit einem Grill kann man alles machen. Wir können garen und backen, braten, dünsten, dämpfen und woken. Was braucht man mehr?“, erklärt Christ. Er ersetzt zur Not also die Kochplatte. Das haben Hersteller erkannt: Sie bieten daher inzwischen Grillgeräte an, die immerhin etwas „Futter“ drumherum bieten – also etwa eingepasst sind in einen Holztisch, wodurch man direkt neben dem Rost Ablage- und Arbeitsflächen hat.

Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer, deren Kochschau „Kochen mit Martina und Moritz“ im WDR läuft, halten einen Grill als Herzstück für ausreichend. „Häufig geht es bei diesen Outdoorküchen um Prestige und nicht darum, dass das Essen im Mittelpunkt steht“, sagt Meuth. Außerdem könne eine ganze Küche in den oft unbeständigen deutschen Sommern nicht so oft zum Einsatz kommen.

Mit einer kleinen Grill-Einheit bleibt man da flexibel, auch bei anderen Wetterlagen: „Man kennt das ja. Bei 40 Grad in der Sonne ist es zu heiß. Und an windigen Tagen ist es im Schatten zu kalt. So kann man den Grill dort hinstellen, wo es am besten ist“, sagt Neuner-Duttenhofer. Für ihn ist es wichtig, die Gäste vom Kochen im Garten nicht auszuschließen. Dafür hat er neben seinem Grill noch einen Standwok. „So kann man direkt am Tisch eine frische Gemüsepfanne zubereiten, ohne dass man die Gäste alleine lassen muss.“