Erfurt Ostdeutsche Fahrschüler fallen häufiger durch

Erfurt / GUDRUN SOKOL 27.05.2016

Auch im dritten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung kommen die Westdeutschen deutlich besser durch die Fahrprüfung. Besonders drastisch falle dieser Unterschied zwischen Hessen und Thüringen aus: Mit über 40 Prozent nicht bestandener Theorieprüfungen liege der östliche Nachbar klar hinter Hessen. Hier fielen nur 29 Prozent der Prüflinge für die Führerscheinklasse durch, berichtet die „Thüringer Allgemeine“ und verweist dabei auf Zahlen des Bundesverkehrsministeriums.

In Thüringen sei es auch bei den praktischen Fahrprüfungen eher schlecht gelaufen: 39 Prozent der Prüfungen am Steuer hätten 2015 kein glückliches Ende gefunden. Allerdings nähmen hier die Großstädte Hamburg (44 Prozent) und Bremen sowie Sachsen-Anhalt (je 40 Prozent) die letzten Plätze ein. Dagegen seien in Hessen drei von vier Prüfungen bestanden worden. Die Zahlen bestätigten ein seit vielen Jahren bestehendes Ungleichgewicht zwischen Ost und West.

So habe das Kraftfahrtbundesamt zuletzt 2014 über alle Führerscheinklassen hinweg festgestellt, dass die fünf ostdeutschen Bundesländer mit über 40 Prozent die höchsten Misserfolgsquoten bei den Theorie-Prüfungen aufwiesen. Für die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände sei dieser Unterschied ein Rätsel: „Wir haben deutschlandweit die gleiche Theorieprüfung“, sagte deren Vizechef Peter Glowalla.

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