Olympische Spiele Olympisches Bob-Team: „Cool Runnings“ auf Nigerianisch

Bobteam Nigeria
Bobteam Nigeria © Foto: Instagram / bsfnigeria
Berlin / Dorothee Torebko 04.01.2018

Sie kennen Schnee nur von ihrem Studium in den USA, gefrorene Nasen nur aus Erzählungen und warme Mützen aus Katalogen: Seun Adigun, Ngozi Onwumere und Akuoma Omeoga. Die Nigerianerinnen werden sich an die klirrende Kälte gewöhnen müssen. Als erstes afrikanisches Bob-­Team nehmen die Pilotin Adigun und ihre Anschieberinnen an den Olympischen Spielen in Pyeongchang teil. Klingt kurios. Es geht aber noch skurriler.

Wer erinnert sich nicht an den Jambob, den jamaikanischen Vierer-Bob, der 1988 in Calgary startete? Bekannt wurden die Jungs durch den Film „Cool Runnings“, bei dem sie in Seifenkisten und Kurzarmshirts schwitzend staubige Hügel runter rasen. Auch der Jet-­Set-­Adlige Hubertus von Hohenlohe, der bei fünf Olympischen Spielen im Ski Alpin antrat, ist mehr für sein Herkunftsland als für seine herausragenden Slalom-Leistungen bekannt. Er schnallt sich für Mexiko die Skier unter die Füße.

Keiner nimmt es an Kuriosität aber mit Bruno Banani auf. Nein, hier ist nicht das Chemnitzer Modeunternehmen gemeint, sondern ein Rennrodler. Eigentlich heißt Banani ja Fuahea Sami. Aus Marketing-Gründen wurde er umbenannt und schlitterte für Tonga die Olympia-­Bahn von Sotschi hinab. Ohne Erfolg. Nur sieben Fahrer waren schlechter. Aber: Er hat es in die Annalen der Sport­-Geschichte geschafft. Wie Adigun und Co. auch.