Mit dem Ausrufen der Alarmstufe des Notfallplans Gas durch den Bund droht nach Einschätzung des baden-württembergischen Finanzministers Danyal Bayaz eine Vervielfachung der Gaspreise. „Das geht an die Substanz von Bürgern und Unternehmen und erhöht die Risiken der öffentlichen Haushalte massiv“, schrieb der Grünen-Politiker am Donnerstag auf Twitter. „Der Staat wird dennoch nicht in der Lage sein, alle Konsequenzen aufzufangen.“
Angesichts der deutlich verringerten Gaslieferungen aus Russland hat die Bundesregierung die Alarmstufe ausgerufen. „Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Der Notfallplan hat drei Stufen: Die jetzt ausgerufene Alarmstufe ist die zweite. Die dritte wäre die Notfallstufe.




Südwest-Wirtschaft warnt in Gaskrise vor Produktionsausfällen

Die Südwest-Wirtschaft warnt vor möglichen Produktionsausfällen und Firmenpleiten. Kostenbelastungen müssten zwischen Gasversorgern und Gaskunden fair ausgeglichen werden, forderte der Präsident des Dachverbandes BWIHK, Wolfgang Grenke, am Donnerstag in Stuttgart. „Sonst laufen wir Gefahr, dass insbesondere Unternehmen in der energieintensiven Industrie ihre Produktion einstellen müssen und als Folge Insolvenzen drohen“, erklärte Grenke. „Je nach Entwicklung sind staatliche Hilfspakete nötig - seien sie steuerlicher Natur oder gezielte Unterstützungsprogramme“, sagte Grenke weiter. Betriebe nähmen das Thema Energiesparen sehr ernst.