München Neuschwanstein bleibt bayerisch

Bayerns kultureller Schatz: Schloss Neuschwanstein bringt dem Freistaat viel Geld ein.
Bayerns kultureller Schatz: Schloss Neuschwanstein bringt dem Freistaat viel Geld ein. © Foto: epd
PATRICK GUYTON 06.07.2016

Bayerns Turbo-Minister Markus Söder hat seine Finger ja irgendwie überall mit drinnen. Und so freut sich der CSU-Möchtegern-Ministerpräsident über einen Erfolg, den der Freistaat Bayern beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verbucht: Das Schloss Neuschwanstein, das „Märchenschloss“, bleibt als „Marke“ im Besitz des Freistaat Bayern. Söder ist dafür zuständig, denn seinem Finanzministerium ist auch die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung unterstellt, worunter wiederum Neuschwanstein fällt.

Es ist ein eigenartiger Konflikt, mit dem sich die EU-Richter seit Jahren befassen mussten: Der „Bundesverband Souvenir, Geschenke und Ehrenpreise“ hatte auf Löschung der Marke geklagt. Natürlich mit der Absicht, dass dann jeder das Bild und den Namen des Schlosses auf Souvenirs anbringen und damit Reibach machen kann.

Klar, dass das Bayern überhaupt nicht passt. Denn Neuschwanstein dürfte das Lieblingsschloss des Finanzministers sein. Schließlich erwirtschaftet es mit seinen jährlich mehr als 1,5 Millionen Besuchern einen großen Teil des Haushalts der Schlösserverwaltung. Bayern darf Neuschwanstein nun weiter kommerziell ausschlachten  – auch mit Produkten wie Parfüms, Messer oder Spieldosen.