Naturkatastrophe Lombok: Erneut schweres Erdbeben auf der indonesischen Insel

Lombok / DPA/swp 20.08.2018

Erneut erschütterten schwere Erdbeben Lombok. Innerhalb von 24 Stunden trafen die zwei Beben mit einer Stärke von 6,9 die beliebte Ferieninsel. Die Katastrophe ereignete sich Sonntag um 12.19 Uhr (Ortszeit) und in der Nacht auf Montag.

Zwei Beben innerhalb von 24 Stunden

Bereits vor zwei Wochen bebte die Erde in Lombok. Dabei waren 460 Menschen ums Leben gekommen. Nun haben erneut zwei schwere Erdstöße die Ferieninsel erschüttert.

„Das Erdbeben war sehr stark zu spüren“, sagte Provinzgouverneur Zainul Majdi dem Fernsehsender Metro TV. Er rechne mit Schäden.

Berichte über konkrete Zerstörungen oder über Todesopfer lagen zunächst jedoch keine vor. Das Beben in der Nacht zum Montag (Ortszeit) war schon das zweite innerhalb von 24 Stunden auf der Insel, die auch Ziel westlicher Touristen ist.

Das jüngste Beben traf die Insel mit einer Stärke von 6,9, gab die US-Erdbebenwarte USGS an. Das Epizentrum war 62 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Mataram gelegen und sei in 20 Kilometer Tiefe entstanden.

Bereits einige Stunden zuvor war Lombok von einem Erdbeben der Stärke 6,5 getroffen worden. Wieder einmal in der Gegend, die schon das schwere Beben vom 5. August am härtesten getroffen hatte. Seither gab es immer wieder Nachbeben.

Mindestens 10 Tote

Nach dem Beben in der Nacht sei der Strom ausgefallen, berichteten Inselbewohner. Menschen seien aus den Hütten, die ihnen seit dem großen Beben vor zwei Wochen als Notunterkunft dienten, auf die Straße gelaufen. „Es ist dunkel und wir sind alle in Panik“, sagte ein Augenzeuge. Schon das Beben zuvor hatte die Menschen erschreckt. Es habe mehrere vorgeschädigte Häuser zum Einsturz gebracht, sagte der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt. Mittlerweile ist die zahl der Toten auf mindestens 10 gestiegen.

Der Inselstaat Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde.

Gefährliche Erdrutsche und Nachbeben

An dem Berg Rinjani ereigneten sich als Folge des ersten Bebens am Sonntag mehrere Erdrutsche. Das Gebiet ist seit einem Beben Ende Juni mit 16 Toten für Wanderer gesperrt. Dennoch werde die Gegend nach möglichen Opfern abgesucht, erklärte die Katastrophenschutzbehörde.

Die Katastrophe vom 5. August hatte auf Lombok nicht nur 460 Menschen getötet, sondern auch fast 7800 verletzt und mehr als 417 000 aus ihren Häusern vertrieben. Der Schaden dieses Bebens, das wie der jüngste Erdstoß eine Stärke von 6,9 hatte, übersteigt nach Schätzungen der Behörde voraussichtlich einen Betrag von 500 Millionen US-Dollar (rund 437 Millionen Euro).

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