Bad Aibling Neue Details in den Ermittlungen zu Bad Aiblinger Zugunglück

Bad Aibling / DPA 09.07.2016
Es war ein grauenvolles Bild: Am Faschingsdienstag rasten bei Bad Aibling zwei Züge ineinander - zwölf Tote, mehr als 80 Verletzte. Ein Fahrdienstleiter hatte während des Dienstes auf seinem Handy gespielt. Nun gibt es neue Puzzle-Stücke zum Hergang.

Die Ermittlung zum Zugunglück von Bad Aibling soll bald abgeschlossen sein. Das hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein angekündigt. Die Materie sei allerdings sehr komplex. Bekannt ist, dass der Fahrdienstleiter am Faschingsdienstag ein Computerspiel auf seinem Handy gespielt hat, als die beiden Nahverkehrszüge zwischen Rosenheim und Holzkirchen aufeinander zu fuhren. Beim Zusammenstoß waren zwölf Menschen getötet und mehr als 80 Menschen verletzt worden.

Den Bericht der „Bild“, der Fahrdienstleiter habe ein bestimmtes Fantasyspiel gespielt, wollte der Sprecher nicht kommentieren. „Wir werden uns zu gegebener Zeit äußern.“

Die Zeitung beruft sich auf ein internes Papier. Demzufolge hatte der Fahrdienstleiter das Spiel um 5.11 Uhr gestartet, es zwischendurch immer wieder beiseite gelegt und um 6.40 Uhr beendet – sechs Minuten vor dem Zusammenstoß. Den Ermittlern habe er zudem gesagt, er sei auf einem Plan in einer Spalte verrutscht und habe deshalb irrtümlich angenommen, dass sich die Züge in Bad Aibling treffen sollten – und nicht auf der eingleisigen Strecke bei Kolbermoor, wie es dann geschah. Ein Zug hätte in Kolbermoor auf den anderen warten müssen.

Der Fahrdienstleiter sitzt seit April in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihm fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vor. Er hat zugegeben, auf seinem Handy gespielt zu haben.

Die Ermittler waren bereits im April davon ausgegangen, dass er davon abgelenkt war, den Zügen falsche Signale gab – und dann bei beiden Notrufen am Funkgerät die falsche Tastenkombination drückte, so dass die Lokführer die Notrufe nicht hören konnten. Der Mann hatte hingegen damals bestritten, abgelenkt gewesen zu sein.

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