Nach einem Traktorunfall im Allgäu mit zwei toten Kindern hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. „Es wird gegen unbekannt ermittelt, da zunächst geklärt werden muss, wem strafrechtlich ein Vorwurf zu machen ist“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten am Dienstag mit.

Da der Traktorfahrer erst 13 Jahre alt war, muss geprüft werden, ob das Fahrzeug auf einem öffentlichen oder privaten Weg unterwegs gewesen ist. Minderjährige dürfen Traktoren nur auf Privatgrundstücken fahren. Auf rechtlich öffentlichem Grund muss der Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein und benötigt einen Führerschein.

Balderschwang

Aus dem Traktor gestürzt und überfahren

Ein 10 Jahre alter Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen waren am Samstag während der Fahrt im Ferienort Balderschwang aus einem Transportcontainer an der Traktorfront gestürzt und überrollt worden. Sie starben noch an der Unfallstelle. Der Treckerfahrer und eine Zwölfjährige, die ebenfalls in dem Container saß und bei dem Unfall leicht verletzt wurde, standen unter Schock.

Die beim Unfall anwesenden Kinder sind schwer traumatisiert

Zwei Kinder mussten mitansehen, wie der 10-Jährige und das 13-jährige Mädchen ums Leben kamen. Der 13-jährige Junge, der den Traktor fuhr, und ein 12-jähriges Mädchen, das bei dem Unfall unverletzt blieb, sind so schwer traumatisiert, dass sie derzeit von Psychologen betreut werden müssen.

„Die Kinder aus Balderschwang müssen jetzt nicht nur den Verlust ihrer Freunde verkraften, sondern auch damit klarkommen, schlagartig im Mittelpunkt zu stehen und Etiketten angeheftet zu bekommen oder gar vorverurteilt zu werden,“ sagt Kinderpsychologe Simon Finkeldei von der Aetas-Kinderstiftung in München.

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