Der Nabu hat eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg angekündigt, um Informationen über Pestizide in Naturschutzgebieten zu bekommen. Details will der Verband nach eigenen Angaben am Donnerstag (21.3.) bei einer Pressekonferenz in Stuttgart veröffentlichten. Die Landesverwaltung lehne es ab, die angefragten Informationen weiterzugeben - aus fadenscheinigen Gründen, wie die Umweltschützer meinen. Der Nabu will vor die Verwaltungsgerichte Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen ziehen, um Zugang zu den Daten darüber zu bekommen, wie viele Pflanzengifte in den Naturschutzgebieten eingesetzt werden.

Eine Sprecherin von Agrarminister Peter Hauk (CDU) entgegnete: „Das Pflanzenschutzrecht bietet keine Rechtsgrundlage zur Erhebung und Veröffentlichung der vom Nabu gewünschten Daten.“ Es gelte, den Ausgang der Rechtsverfahren abzuwarten. Der Naturschutzbund (Nabu) und Minister Hauk liegen sich beim Thema Pestizide seit März vergangenen Jahres in den Haaren. Hauk hatte damals gesagt, es gehe die Bevölkerung nichts an, wie viele Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbrächten. Wenig später nahm er diese Wortwahl zurück und entschuldigte sich.

Der Nabu beklagt ein „dramatisches Insektensterben“ auch in Naturschutzgebieten. Deshalb will er wissen, wie viele und welche Pestizide dort eingesetzt werden. In Baden-Württemberg gibt es laut Nabu rund 1000 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 86 000 Hektar. Das entspreche 2,4 Prozent der Landesfläche. Rund 14 Prozent der Flächen in den Gebieten werde landwirtschaftlich genutzt.