Mondfinsternis Blutmond: Fakten, Mythen und News

Ulm / Uwe Keuerleber 27.07.2018
Am 27. Juli steht eine Rekord-Finsternis ins Haus. Die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert.

Bote von Unheil

Für viele Menschen ist der sogenannte Blutmond ein einzigartiges Spektakel, Endzeitfanatiker sehen in der Mondfinsternis den Weltuntergang. Eine Gruppe von Verschwörern, die sich „Endtime Ministries“ nennt, deutet den blutroten Mond als die „Offenbarung des Johannes“, wonach der Weltuntergang eingeleitet werden soll. Doch kein Grund zur Panik, die Erde wird auch diesmal nicht untergehen. Die Rotfärbung kommt daher, weil sich der Mond in den Schatten der Erde schiebt, dabei wird das Licht so gestreut, dass nur noch das rote Licht sichtbar ist. Es entsteht der Eindruck, dass er rötlich wirkt.

Mond: Mythos und Kunst

Der Mond fasziniert die Menschen schon seit der Frühzeit. Er wurde verehrt und das Zu- und Abnehmen wurde mit der Tätigkeit des Menschen in Verbindung gebracht.

Nach Überlieferung sahen die alten Ägypter hinter der Mondfinsternis das göttliche Werk des Wüstengott Seth. Er soll dem Himmelsgott Horus beide Augen ausgerissen haben. Eines davon soll als Mond am Himmel wandern, das andere Auge symbolisiert die Sonne.

Auge des  Lichtgottes Horus
Auge des Lichtgottes Horus © Foto: SWP Grafik

Auch eine magische Wirkungskraft wird dem Mond zugeschrieben. Eine Kraft die sich auch durch die gesamte Kunstgeschichte der Menschheit zieht. Von den ersten Höhlenmalereien bis hin zum Kinofilm. In der bildenden Kunst stand er für die Unschuld und die weibliche Sexualität. Auch einer der großen Lyriker, Johann Wolfgang von Goethe, widmete dem Erdtrabanten ein melancholisches Gedicht. Selbst in der Musik wird der Mond besungen.

Nichts von seiner Anziehungskraft verloren

Als am 11. Juli 1969 der erste Mensch die Erde verlassen hatte und seinen Fuß auf den Mond setzte, von da an hat die Wissenschaft den Mond für sich beansprucht. Mit der Eroberung des Erdtrabanten sollte man meinen, auch das letzte Geheimnis gelüftet zu haben. Doch selbst die moderne Raumfahrt konnte den Mythos um den Mond bisher nicht entzaubern.

US-Astronaut Edwin Aldrin
US-Astronaut Edwin Aldrin © Foto: NASA/dpa-Bildfunk

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