Gießen Mutmaßlicher Würth-Kidnapper muss in U-Haft bleiben

Das Landgericht in Gießen. Foto: Marius Becker/Archiv
Das Landgericht in Gießen. Foto: Marius Becker/Archiv © Foto: Marius Becker
Gießen / DPA 05.11.2018

Der Angeklagte im Prozess um die Entführung von Milliardärssohn Markus Würth bleibt in Untersuchungshaft. Die zuständige Kammer habe entschieden, dass der Haftbefehl aufrecht erhalten werde, sagte ein Sprecher des Landgerichts Gießen am Montag. Damit hatte der Antrag der Verteidigung, den 48-Jährigen aus der Haft zu entlassen, keinen Erfolg. Der Antrag war nach der Befragung von zwei Stimmen-Experten erfolgt. Die Stimme des Angeklagten spielt eine zentrale Rolle in dem Verfahren, denn die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage zu großen Teilen auf einen Telefon-Mitschnitt der Erpresserstimme, die sie dem Mann zuordnet. Die Gutachter stützen diese Auslegung.

Das Gericht sei der Ansicht, dass der „dringende Tatverdacht“ gegen den Angeklagten nach wie vor bestehe, erläuterte der Sprecher den Beschluss. Er wies aber darauf hin, dass die Kammer damit noch keine endgültige Aussage darüber getroffen hat, ob der 48-Jährige auch der Täter ist. Noch läuft die Beweisaufnahme in dem im September gestarteten Prozess.

Der Angeklagte soll den behinderten, erwachsenen Sohn des Unternehmers Reinhold Würth im Juni 2015 im osthessischen Schlitz entführt und am Telefon drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Die Ermittler vermuten, dass es mehrere Täter gab.

Reinhold Würth (83) gilt als einer der reichsten Menschen Deutschlands. Sein Vater meldete ihn als 14-Jährigen von der Schule ab, um ihn als Lehrling auszubilden. Reinhold Würth war damals der zweite Mitarbeiter des Würth-Konzerns mit Sitz in Künzelsau (Hohenlohekreis) - heute ein Imperium aus Schrauben und Dübeln mit einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro.

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