Tübingen Mutmaßlicher Telefonbetrüger an Deutschland ausgeliefert

Tübingen / DPA 08.06.2018

Der mutmaßliche Drahtzieher einer Telefonbetrüger-Bande ist von Marokko an Deutschland ausgeliefert worden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Der 30-Jährige soll mit dem sogenannten Polizisten-Trick von Seniorinnen Geld und Wertsachen im Wert von 185 000 Euro erbeutet haben, wie das Polizeipräsidium Reutlingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilten. Demnach ist es bundesweit der erste Fall, in dem deutsche Ermittler einen mutmaßlichen Betrüger, der den Polizisten-Trick vom Ausland aus angewandt hat, geschnappt haben.

Der 30-Jährige, der in Deutschland aufgewachsen ist, aber 2012 nach schweren Straftaten in die Türkei abgeschoben wurde, soll von dort aus Seniorinnen in Süddeutschland angerufen und ihnen vorgegaukelt haben, er sei Polizist und ihr Vermögen sei nicht sicher. Seine angeblichen Kollegen holten Geld und Wertsachen ab, um es - so ihre Lüge - sicher zu verwahren. Im Oktober 2017 war der 30-Jährige von Fahndern des Landeskriminalamts Baden-Württemberg aufgespürt und von marokkanischen Behörden festgenommen worden.

Drei Bandenmitglieder, die in Deutschland die Abholung der Beute organisiert haben sollen, hat das Landgericht Tübingen im Januar 2018 zu Haftstrafen verurteilt (Aktenzeichen: 1 KLs 42 Js 11065/17). Der Fall des Drahtziehers wird nach Angaben der Polizei voraussichtlich auch in Tübingen vor Gericht kommen.

Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel