Gießen Mutmaßlicher Entführer sagt vor Gericht aus

Das Landgericht in Gießen. Foto: Marius Becker/Archiv
Das Landgericht in Gießen. Foto: Marius Becker/Archiv © Foto: Marius Becker
Gießen / DPA 02.10.2018

Im Prozess um die Entführung des Milliardärssohns Würth hat der Angeklagte sich erstmals detailliert geäußert. Der 48-Jährige machte am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Gießen aber keine Angaben zu den Tatvorwürfen. Zu Beginn der Beweisaufnahme am Dienstag machte der Serbe aus Offenbach Angaben zu seiner Person und seinem Lebensweg. Zur Sprache kamen unter anderem auch die finanzielle Situation des Handwerkers und zweifachen Familienvaters, seine Neigung zum Glücksspiel und zu Computer-Kenntnissen.

Die Kommunikation zwischen Entführer und Ermittlern wurde nach Polizei-Angaben zeitweilig per Email geführt. Der Angeklagte beteuerte aber im Gerichtssaal: „Ich habe in meinem Leben keine einzige Mail geschrieben.“ In einem Lebenslauf zur Jobsuche gab er allerdings an, über Kenntnisse mit Microsoft Office zu verfügen.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, mit noch unbekannten Mittätern den schwerbehinderten, damals 50-jährigen Sohn des Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth entführt zu haben. Die Tat ereignete sich im Juni 2015 in einer integrativen Wohngruppe für behinderte und nicht-behinderte Menschen im osthessischen Schlitz. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Zwar scheiterte die Übergabe. Das Opfer kam aber unversehrt frei. Im März nahm die Polizei den mutmaßlichen Täter in seiner Wohnung in Offenbach fest.

Der Prozess wird am 15. Oktober (9.00 Uhr) fortgesetzt. Dann soll neben Polizisten und Mitarbeitern der Betreuungseinrichtung auch Carmen Würth, die Mutter des Entführungsopfers, als Zeugin aussagen.

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