In der Corona-Krise füllen immer mehr Menschen ihre Vorratsschränke. Mit dem eingekauften Essen können allerdings auch ungebetene Gäste in den Haushalt gelangen: Lebensmittelmotten. Weil die Weibchen ihre Eier – teilweise bis zu 400 pro Tier – in Ecken und Ritzen ablegen, sind Speisemotten als extrem hartnäckig bekannt. Mit ihrem Kot und ihren Gespinsten können sie ganze Vorräte kontaminieren. Wer davon isst, kann in der Folge an Magen-Darm-Beschwerden leiden oder allergische Reaktionen zeigen. Zudem ziehen Lebensmittelmotten Milben und Schimmelpilze an.

Lebensmittelmotte: Wie man einen Mottenbefall erkennt

  • Erwachsene Tiere flattern und krabbeln: Leider erkennt man einen Mottenbefall oft erst dann, wenn sich die Tiere bereits eingenistet haben. Wer dann Schränke oder Schubladen öffnet, dem flattern die erwachsenen Motten oftmals direkt entgegen.
  • Gespinste: Wenn sich durch Lebensmittelverpackungen kleine weiße Fäden ziehen, ist davon auszugehen, dass es sich um Motten-Gespinste handelt.
  • Pheromonfallen: Wer sich nicht sicher ist, ob in seinem Haushalt tatsächlich ein Mottenbefall vorliegt, kann sogenannte Pheromonfallen aufstellen. Sie locken mit einem Sexualwirkstoff männliche Tiere an. Diese Fallen kann man auf Kärtchen in der Nähe der Vorräte anbringen.
  • Larven: Die Motteneier sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die geschlüpften Mottenlarven werden mit der Zeit mehr als einen Zentimeter groß und sind daher bei genauerem Hinsehen sichtbar.

Das fressen die Lebensmittelmotten am liebsten

Lebensmittelmotten haben Leibspeisen. Besonders oft finden sich die Schädlinge in:
  • Mehl und Getreide
  • Müsli
  • Nüsse und Samen
  • Tierfutter
  • Schokolade und Keksen

Dettingen

Lebensmittelmotten: Wie man die lästigen Schädlinge los wird

1. Befallene Lebensmittel entsorgen: Wer in seiner Küche Motten entdeckt, sollte schnell handeln. Alle befallenen Lebensmittel sollten in Tüten gepackt, fest zugeknotet und anschließend im Müll entsorgt werden.
2. Alles gründlich reinigen: Mit Motten befallene Behälter sollten gründlich mit Spülmittel gereinigt werden. Schränke werden am besten mit der kleinen Düse des Staubsaugers ausgesaugt. Wichtig ist dabei, Ritzen, Schrankrückwände und Regalkanten abzusaugen. Denn hier sitzen oft verpuppte Larven sowie hinter den Schränken oder an der Decke. Ideal ist es, nach dem Saugen alles noch einmal feucht abzuwischen.
3. Immer wieder nachkontrollieren: Lebensmittelmotten sind hartnäckig. Überlebt auch nur ein Ei die getroffenen Maßnahmen, schlüpfen schnell neue Falter. Sie paaren sich und legen erneut Eier ab. Will man testen, ob der Mottenbefall restlos beseitigt wurde, helfen die oben genannten Pheromonfallen. Diese Fallen kann man auf Kärtchen in der Nähe der Vorräte anbringen. Erst wenn keine Motte mehr in den Fallen zu sehen ist, es sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung oder das Haus nicht mehr länger befallen ist.

Auch Schlupfwespen helfen gegen Lebensmittelmotten

Einige Experten raten auch zur biologischen Bekämpfung: Dafür werden kleine Schlupfwespen ausgesetzt, die Motteneier auffressen. Die Wespen lassen sich auf Kartonkärtchen kaufen und in den befallenen Vorratsschrank legen. Nach rund neun Wochen sollten die Motten beseitigt sein. Die Schlupfwespen sterben dann von alleine ab. Auf chemische Maßnahmen wie den Einsatz von Insektiziden sollte man hingegen verzichten.
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Wie kann man einem Befall mit Lebensmittelmotten vorbeugen?

Eine der häufigsten Ursachen für einen Mottenbefall sind Lebensmittel, die in ihrer Verpackung bleiben, beispielsweise Müsli oder Nudeln. Die Larven fressen sich einfach durch die Plastikfolien und Papierverpackungen und befallen so die Lebensmittel. Daher ist es ratsam, die Produkte in festen Behältern aus Glas oder hartem Plastik zu lagern. So können sich die Larven keinen Zugang fressen. Allerdings helfen auch die besten Gefäße nicht, wenn sich die Schädlinge bereits beim Einkauf in den Lebensmitteln befinden. Demzufolge sollte man Küchenschränke regelmäßig kontrollieren und auswischen. Zudem ist es wichtig, alte Lebensmittel rechtzeitig zu entsorgen.

Dörrobstmotte, Mehlmotte, Kornmotte und Co. - Diese Lebensmittelmotten gibt es

Die Kupferrote Dörrobstmotte wird Angaben des Umweltbundesamtes zufolge etwa 8 bis 10 Millimeter groß mit einer Flügelspannweite von 20 Millimeter. Die Vorderflügel der Falter sind demnach „innen silbergrau bis ockergelb“. Die Larven sind gelblich-weiß, rötlich oder grünlich und werden 15 bis 17 Millimeter lang.
Die Mehlmotte ist dem Umweltbundesamtes zufolge „ein kleiner, unscheinbar silbriggrauer Falter“. Ausgewachsene Exemplare werden 11 bis 14 Millimeter groß und besitzen eine Flügelspannweite von 20 bis 25 Millimetern. Die Larven werden rund 12 bis 18 Millimeter lang.
Die Samenmotte wird den Angaben nach etwa 7 bis 12 Millimeter groß mit einer Flügelspannweite von rund 23 Millimetern. Die Larven werden bis zu 16 Millimeter lang und leben in Gespinstsäcken.
Die Kornmotte wird 6 bis 7 Millimeter groß und hat eine Flügelspannweite von 10 bis 14 Millimeter. Die Flügel sind grau-braun gefärbt mit unregelmäßigen braunen und schwarzen Flecken.