Die Grünen sind im Höhenflug. Bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen haben sie ein historisches Ergebnis geschafft. Die NRW-Spitzenkandidatin Mona Neubaur ist dabei mit für den Sieg verantwortlich: Seit 2014 führt sie die Grünen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Während SPD und CDU um das Amt des Ministerpräsidenten kämpften, kämpfte Neubaur mit den Grünen um eine Regierungsbeteiligung. Und das hat sie geschafft: Am 27. Juni unterschrieben CDU und Grüne den Koalitionsvertrag für NRW. Sie übernahm als Vize-Ministerpräsidentin daraufhin das Amt der Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie. Mit diesem Superministerium will sie in NRW die Energiewende vorantreiben.
Wer ist aber die Frau an der NRW-Spitze der Grünen? Was ist über sie privat bekannt, wer ist ihre Familie? Hier die Infos zu Mona Neubaur im Überblick.

Familie, Kinder, Partner – Mona Neubaur im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
  • Name: Mona Neubaur
  • Geburtstag: 1. Juli 1977
  • Alter: 44
  • Geburtsort: Pöttmes (Bayern)
  • Eltern: nicht namentlich bekannt
  • Größe: Nicht bekannt
  • Studium: Psychologie, Soziologie, Erziehungswissenschaften
  • Beruf: Angestellte in der alternativen Energiewirtschaft, Pressesprecherin, Geschäftsführerin der Heinrich Böll Stiftung & Politikerin
  • Ehe: ledig
  • Kinder: keine
  • Instagram: monaneubaur
  • Twitter: @MonaNeubaur
  • Website: www.mona-neubaur.de

Mona Neubaur: Herkunft und Lebenslauf

Mona Neubaur ist seit 2014 nordrhein-westfälische Landesvorsitzende ihrer Partei und die einzige Frau unter den aussichtsreichsten Spitzenkandidaten im Land.
Neubaur wurde im bayerischen Pöttmes geboren und lebt seit ihrem Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie in ihrer Wahlheimat Düsseldorf. „Die ersten 19 Jahre meines Lebens verbrachte ich im ländlichen Bayern. Danach wollte ich vor allem eines: in der Stadt leben“, schreibt sie auf ihrer Webseite. „Ich kam nach Düsseldorf und bin geblieben. Und das aus voller Überzeugung.“
Für die Grünen engagiert sie sich, seitdem sie für einen alternativen Energieversorger arbeitete. Aktives Parteimitglied wurde sie 2005. Von 2010 bis 2014 war sie Geschäftsführerin der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung in Nordrhein-Westfalen. Als sie in Düsseldorf Kommunalpolitikerin war, war sie in der Initiative „Sauberer Strom am Rhein“ involviert. Die Aktion hat dazu geführt, dass das Heizkraftwerk Lausward – das größte in NRW – von Kohleverstromung auf Gas- und Dampfturbinenverstromung wechselte.
Im Landtagswahlkampf forderte die 44-Jährige ein "grünes Wirtschaftswunder" für das Bundesland.

Gehalt und Leidenschaft für Fortuna: Mona Neubaur

Die Landesvorsitzende der Grünen ist in folgenden Organisationen Mitglied:
  • Heinrich Böll Stiftung
  • Stiftung Lebendige Stadt
  • BUND e.V.
  • Fortuna Düsseldorf
  • Lobby für Demokratie e.V.
Als Landesvorsitzende der Grünen hat Mona Neubaur 2021 73.632,69 Euro verdient. Nach eigenen Angaben hat sie keine weiteren Nebeneinkünfte.
Neben ihren Tätigkeiten als Politikerin schreibt Mona Neubauer, dass sie leidenschaftlicher Fan des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ist. „Wenn der Kalender es zulässt, verbringe ich meine Zeit gern bei der Fortuna im Stadion - am liebsten mittendrin und nicht in der VIP-Loge“, so Neubaur auf ihrer Webseite.

Mona Neubaur ist Wirtschaftsministerin und Klimaministerin

Die künftige Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur sieht die erste schwarz-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen vor großen Herausforderungen. Die Klimakrise müsse bewältigt, der soziale Zusammenhalt gestärkt und die Demokratie verteidigt werden, sagte Neubaur im WDR-Fernsehen. „Und das unter Bedingungen, die ehrlicherweise nicht die sonnigsten sind, weil die Folgen des Ukraine-Kriegs uns noch mal besonders herausfordern werden.“ Mit der Wiederwahl von Hendrik Wüst (CDU) zum Ministerpräsidenten sei eine „wichtige Etappe nun gut abgeschlossen“, sagte Neubaur. Schwarz-Grün in NRW sei „bereit, jetzt richtig loszulegen“.
Neubaur hielt großes Lob für Wüst bereit. „Seine große Stärke ist, dass er wahnsinnig die Ruhe behalten kann, dass er die Nerven behält und dass er wirklich auch Brücken baut.“ Wüst bleibe ruhig, höre ernsthaft zu und und habe Respekt vor dem Gegenüber. Sie selbst habe „großen Respekt“ vor ihrer neuen Aufgabe als Ministerin, freue sich aber auch darauf.
Auch Wüst nannte im WDR-Fernsehen den Ukraine-Krieg und die Bewältigung der Folgen für die Menschen in NRW als große Herausforderung. Der Krieg habe Folgen für Lebensmittel- und Energiepreise und die Inflation. Auch die Corona-Pandemie sei „nicht weg“.
Zu seinem künftigen Grünen-Koalitionspartner sei in den Wochen der Koalitionsgespräche das Vertrauen gewachsen. Das Regierungsbündnis dürfe niemals nur Selbstzweck sein.

Neubauer und Habeck zum Braunkohleausstieg

Die Grünen-Politiker Robert Habeck und Grünen-Politikerin Mona Neubaur hatten sich im Oktober mit RWE auf einen vorgezogenen Braunkohleausstieg von 2038 auf 2030 verständigt. Die Vereinbarung sieht außerdem vor, die noch zur Verstromung verfügbare Braunkohlemenge im Tagebau Garzweiler II auf rund 280 Millionen Tonnen zu halbieren. Fünf bislang von Umsiedlung bedrohte Dörfer im rheinischen Revier - Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath - sollen erhalten bleiben. Der umkämpfte Ort Lützerath allerdings soll dem Bagger weichen, um an die darunter liegende Braunkohle zu kommen.
Dirk Jansen von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hob hervor, dass es „ein großer Erfolg der Klimabewegung und der Grünen in NRW“ sei, dass der Tagebau Garzweiler verkleinert worden sei. Gleichzeitig zeigte er sich enttäuscht über den „Hinterzimmerdeal“ von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (beide Grüne) mit RWE, der es dem Energiekonzern erlaubt, 280 Millionen Tonnen Braunkohle abzubauen. „Für den Klimaschutz ist das eine weitere schwere Hypothek“, sagte Jansen.