Missbrauchsprozess Gutachter fordert Therapie für Angeklagten – Urteil am Mittwoch

Der im Missbrauchsprozess angeklagte 50-Jährige wird in den Gerichtssaal geführt.
Der im Missbrauchsprozess angeklagte 50-Jährige wird in den Gerichtssaal geführt. © Foto: dpa
Freiburg / DPA 15.05.2018

Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes bei Freiburg hat sich der psychiatrische Gutachter für eine Therapie des Angeklagten ausgesprochen. Der 50 Jahre alte Soldat der Bundeswehr müsse dauerhaft betreut werden, sagte der Sachverständige Hartmut Pleines am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg. Es handele sich bei dem Deutschen um einen Pädophilen, es bestehe ein Rückfallrisiko. Dieses sei jedoch nicht so gravierend, dass Sicherungsverwahrung gerechtfertigt wäre. Auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme nicht in Betracht.

Der Mann hat gestanden, den aus Staufen stammenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Am Mittwoch will das Landgericht ein Urteil verkünden.

Die Plädoyers wurden am Dienstag gehalten. Die Staatsanwältin forderte zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer vertritt, plädierte auf elf Jahre Gefängnis, Sicherungsverwahrung und 12.500 Euro Schmerzensgeld.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Es ist in Freiburg der zweite von mehreren Prozessen, weitere folgen. In dem Missbrauchsfall gibt es insgesamt acht Verdächtige.