Die Ermittler werfen dem Mann den schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes in drei Fällen und das Besitzverschaffen von kinderpornografischem Material in fünf Fällen vor. Laut Anklage der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen soll es sich bei dem Opfer um einen heute elf Jahre alten Jungen aus Münster handeln, der in dem Komplex laut den Ermittlern wiederholt Opfer von schweren Missbrauchshandlungen geworden ist. Der Junge soll im Juni 2019 in Hannover und im August und Dezember 2019 in Münster von dem Angeklagten im Beisein seines im Hauptverfahren angeklagten 27-jährigen Pflegevaters missbraucht worden sein.

Urteile werden im Frühjahr erwartet

Bis zum 7. Mai hat das Landgericht Münster fünf weitere Termine angesetzt. Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Tatkomplexen in Nordrhein-Westfalen, die seit dem Jahr 2019 aufgedeckt wurden. Es geht dabei um sexuelle Gewalt an einer Vielzahl von Kindern und um große Netzwerke mit zahlreichen Beteiligten und Opfern. In dem Tatkomplex gibt es über 40 Tatverdächtige, von denen rund 30 in Untersuchungshaft sitzen. Etwa 30 Kinder sollen Opfer geworden sein. Im Hauptprozess vor dem Landgericht Münster werden im Frühjahr die Urteile erwartet.