Freiburg Missbrauchsfall Staufen: Gericht plant ersten Prozess

Schild mit der Aufschrift „Landgericht Freiburg“ hängt an einem Gebäude. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Schild mit der Aufschrift „Landgericht Freiburg“ hängt an einem Gebäude. Foto: Patrick Seeger/Archiv © Foto: Patrick Seeger
Freiburg / DPA 10.04.2018

Für den ersten Prozess im Missbrauchsfall Staufen bei Freiburg plant das Gericht erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Grund sei das erwartete große Zuschauer- und Medieninteresse, sagte ein Sprecher des Landgerichts Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. Es werde unter anderem Zugangskontrollen geben. Der Prozess beginnt diesen Donnerstag (12. April). Angeklagt ist ein inzwischen 41 Jahre alter Mann deutscher Staatsangehörigkeit. Er soll, wie andere auch, den aus Staufen stammenden Jungen gegen Geld vergewaltigt haben. Geplant sind laut Gericht zunächst drei Verhandlungstage. Ein Urteil könne es demnach am 19. April geben.

Der 41-Jährige ist einer von insgesamt acht Tatverdächtigen und der erste, der vor Gericht steht. Weitere Prozesse folgen in den nächsten Monaten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der nun Angeklagte wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft.

Der heute Neunjährige war nach Angaben der Polizei von mehreren Tätern wiederholt und an mehreren Orten in und um Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden. Seine Mutter (47) und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte (39) hätten ihn hierfür gegen Geld im Internet angeboten. Zudem soll das Paar aktiv an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein.

Der Junge ist inzwischen in staatlicher Obhut. In dem Prozess ist er laut Gericht Nebenkläger. Vertreten werde er von einer Anwältin, die sich auf Opferschutz spezialisiert habe (Az.: 6 KLs 160 Js 30350/17).

Pressemitteilungen des Gerichts zu den Prozessen

Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zweite Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.