Freiburg Missbrauchsbeauftragter: Fall Staufen politisch aufarbeiten

Freiburg / DPA 07.08.2018

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert, den Staufener Missbrauchsfall nach dem Urteilsspruch auch politisch aufzuarbeiten. „Baden-Württemberg sollte jetzt wirklich darüber nachdenken, eine Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen, die zu Veränderungen führt - zu einer gesetzlichen Fortbildungspflicht für Familienrichter zum Beispiel“, sagte Johannes-Wilhelm Rörig im SWR-Tagesgespräch am Dienstag. Die Landesregierung müsse auch die Versäumnisse, die zu dem Fall geführt hätten, schonungslos ausleuchten.

Im Prozess um die Verbrechen an einem vielfach missbrauchten Jungen wurde am Dienstag das Urteil am Landgericht Freiburg gegen seine Mutter und ihren Lebensgefährten erwartet. Sie stehen wegen Vergewaltigung, Missbrauch sowie Zwangsprostitution vor Gericht. Im Zusammenhang mit dem Fall waren neben dem Paar sechs weitere mutmaßliche Mittäter vor Gericht gestellt worden. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.

„Auf jeden Fall sind viele wachgerüttelt worden durch den Missbrauchsfall Staufen, durch die Berichterstattung über die tiefen menschlichen Abgründe der Täter und auch der Mutter“, sagte Rörig. „Ich glaube, viele sind jetzt sensibilisierter, wissen jetzt auch, dass Mütter Täterinnen sein können.“

Pressemitteilungen des Gerichts zu den Prozessen

Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zweite Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

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