Sprache Mumpitz, Bandsalat und Co.: Vom Aussterben bedrohte Worte

Wenn Wörter verschwinden.
Wenn Wörter verschwinden. © Foto: Oliver Berg/dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 10.07.2018
Verlieren Wörter nach und nach ihre Bedeutung? So ein Mumpitz!

Es gibt Begriffe die heute nur noch wenig ausgesprochen werden, aber vom Aussterben oder gar von bedrohten Wörtern zu reden, das wäre reiner Mumpitz, oh pardon, wir meinen natürlich Unfug, denn Wörter können nicht aussterben. Sie verschwinden, machen sich aus dem Staub, um eines Tages wieder das Licht der Welt zu erblicken! Ist das nicht dufte? Dennoch gibt es Wörter, die bereits auf der Roten Liste stehen die besonders wertvoll sind. Es wäre doch Schade, wenn so schöne Wörter wie das Wolkenkuckucksheim, das Frühlingserwachen oder die Sommerfrische aus unserem Sprachgebrauch völlig verschwinden. Eine Entdeckungsreise durch die vergessenen Wörtern, den Archaismen - Begriffe, die von der jungen Generation so gut wie nicht mehr benutzt werden.

Bandsalat

Hat ganz und gar nichts mit einem vitaminreichen Essen zu tun. Es waren die Zeiten wo der Bleistift zum wichtigste Werkzeug wurde. Er kam zum Einsatz, wenn der Rekorder mal wieder die liebevoll aufgenommene Kassette völlig verspulte. Mit Hilfe eines Bleistifts, den man in die Löcher der Kassette steckte, konnte man den Bandsalat beheben.

© Foto: Andrea Warnecke/dpa

Habseligkeiten

Das Wort bezeichnet mit einem „freundlich-mitleidigen Unterton“ die Besitztümer etwa eines Kindes oder eines Obdachlosen.

© Foto: Martin Gerten dpa/lnw

Groschengrab

Korrekterweise müsste es ja Centgrab heißen, spätestens jetzt müsste bei Ihnen der Groschen gefallen sein. Denn diese Währung wurde bereits 1871 abgeschafft. Dennoch hat der Groschen unsere Sprache geprägt. Man denke nur an die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und früher bezeichnete man Spielautomaten und Parkuhren als „Groschengrab“.

© Foto: Z1017/_Bernd Wüstneck

Fracksausen

Hat jemand ordentliches Fracksausen, müsste man der Redewendung nach den ganzen Tag auf der Toilette verbringen. Denn damit ist sprichwörtlich die Angst gemeint, Und wenn einem der „Frack“, auch Hose genannt, so richtig saust, kann es vor lauter Nervosität und Angst zu Durchfall führen.

© Foto: dpa

Bedürfnisanstalt

Klingt nach reinstem Amtsdeutsch. Ist es auch, und wer kennt schon Johann Gottlieb Wilhelm Beetz? Er war der Erbauer von öffentlichen Bedürfnisanstalten in Wien, was nichts anderes sind als ein öffentliche Toiletten.

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Schreckschraube

Im Baumarkt sucht man diese Schraube vergeblich. Sind sie aber weiblich, nicht mehr ganz jung und immer schlecht gelaunt, dann sind sie für den Titel „Schreckschraube“ nominiert. Doch wieso gibt es nur weibliche Schreckschrauben? Das liegt am lateinischen Ursprung des Wortes Schraube (Scrofa). Dieses Wort bezeichnet nämlich das weibliche Schwein, also die Sau. Und da schließt sich wieder der Kreis, denn auch die „Schreckschraube“ wirft gerne mit Dreck um sich, natürlich nur in sprachlicher Form.

© Foto: Lars Schwerdtfeger

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