Urlaub Mini-Tsunami und Qualleninvasion auf Mallorca

Spanien, Mallorca, Santanyi: Die Bucht Calo des Moro. Eine Qualleninvasion an dem idyllischen Strand hat Urlaubern den Badespaß gründlich vermiest.
Spanien, Mallorca, Santanyi: Die Bucht Calo des Moro. Eine Qualleninvasion an dem idyllischen Strand hat Urlaubern den Badespaß gründlich vermiest. © Foto: Jens Kalaene (dpa)
Palma / dpa 19.07.2018

Ein spektakulärer „Mini-Tsunami“, der das Meer vor Mallorca ungewöhnlich stark aufgewühlt hat, liefert Urlaubern und Einheimischen Gesprächsstoff. Der Meeresspiegel schwankte dem spanischen Wetterdienst Aemet zufolge am Montag teilweise um bis zu eineinhalb Meter.

Häuser wurden unter Wasser gesetzt

Besonders stark betroffen war Port d’Alcúdia im Norden der spanischen Urlaubsinsel. Eine riesige Welle schwappte dort auf die Strandpromenade, Restaurants und Geschäfte wurden unter Wasser gesetzt.

Deutscher Tourist ertrunken

Die Auswirkungen des Naturphänomens seien vor allem auf Mallorca, aber auch auf Menorca zu spüren gewesen, hieß es. In der Nähe von Portopetro an der Südostküste Mallorcas wurde ein deutscher Tourist von einer großen Welle erfasst und ins Meer gespült, er ertrank. Eine große Jacht wurde am abgelegenen Naturstrand von Es Caragol an der Südküste auf den Strand gehoben.

Spiegel fällt um einen Meter

Dieses Wetterphänomen, auf den Balearen „Rissaga“ genannt, kommt in den Gewässern um Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera im Sommer nicht selten vor – diesmal war es aber besonders heftig. So heftig, dass sich auch ältere und erfahrene Fischer in Port d‘Alcúdia beeindruckt zeigten. „So eine Rissaga habe ich hier noch nie gesehen. Der Meeresspiegel fiel plötzlich fast einen Meter ab und hat dann beim Ansteigen die Promenade überschwemmt“, wurde Martí Fuster im „Diario de Mallorca“ zitiert.

Starke Luftdruckschwankungen als Ursache

Diese „Meteotsunamis“ entstehen nicht durch Erdbeben wie echte Tsunamis, sondern durch starke Luftdruckschwankungen, wie Felix Herz vom Deutschen Wetterdienst sagt. Die Druckstörung müsse sich aber auch „mit der Welle verlagern, so dass sie sich weiter aufschaukelt“. Herz: „Wenn die aufgeschaukelte Welle in flaches, küstennahes Wasser geführt wird, türmt sie sich auf, wie das ein richtiger Tsunami macht, nur dass es flacher ist.“

Ein Meteotsunami komme im Mittelmeerraum, „auf den Balearen oder auch an der Adriaküste etwa fünf Mal im Jahr vor“, sagt der Experte. Auch an den Nord- und Ostseeküsten könne es Meteo­tsunamis geben: „Die sind dort allerdings noch seltener, also maximal ein bis zwei Mal pro Jahr.“ In Deutschland heißt diese Flutwelle „Seebär“.

Es kann weitere Fälle geben

Muss der Mallorca-Urlauber denn nun Angst haben, dass es in diesem Sommer weitere Meteotsunamis gibt? Herz: „Es kann weitere Fälle geben. Wann und wo die auftreten, ist aber wenig bis gar nicht vorherzusagen.“

Qualleninvasion am Strand

Auch sonst gibt es Ungemach: Eine Qualleninvasion am idyllischen Strand Caló des Moro auf Mallorca hat Urlaubern den Badespaß gründlich vermiest. In der Bucht des Naturstrands im Südosten der Baleareninsel seien plötzlich zahlreiche der Nesseltiere aufgetaucht, berichteten mallorquinische Medien. Viele Quallen seien von der Strömung an Land gespült worden, aber ein riesiger Schwarm habe sich auch im Wasser getummelt, was das Schwimmen unmöglich gemacht habe.

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