Welt-Moskito-Tag Mehr Mückenarten aus den Tropen in Deutschland

Ulm / Uwe Keuerleber 20.08.2018
Der internationale Tag der Mücke erinnert an eine Entdeckung des britischen Arztes Sir Ronald Ross aus dem Jahr 1897. Er fand heraus, dass die weiblichen Moskitos Malaria zwischen Menschen übertragen können.

Hartnäckig und aggressiv kommen sie daher: Stechmücken. Der britische Arzt Sir Ronald Ross entdeckte im Jahr 1897, dass weibliche Moskitos Malaria übertragen können. Ross legte daraufhin fest, dass der 20. August zum „Tag der Mücke“ ernannt wird. Dieser Tag wird an der Londoner Hygiene- und Tropenmedizinischen Hochschule  mit diversen Events und Ausstellungen gefeiert. Der Tag soll Bewusstsein schaffen, welche Ursachen Malaria hat und damit verbunden die Vorbeugung und die Erforschung der Tropenkrankheit.

Einwanderer aus den Tropen

Auch in Deutschland finden sich immer öfter Exemplare der Asiatischen Tigermücke (Aedes Albopictus ). Das die Mücken mittlerweile hier heimisch werden, ist nicht nur die Auswirkung des Klimawandels, sondern auch die zunehmende Globalisierung. Da die Mücken selbst nur wenige Wochen leben, haben sie nicht die Zeit so weite Distanzen bis nach Europa selbst zurückzulegen. Es sind die Eier, welche die Asiatische Tigermücke in Zierpflanzen oder Autoreifen ablegen. Asien exportiert große Mengen an Gebrauchtreifen, dort legen die Weibchen ihre Eier an die Innenseite der Reifen ab und kommen so über Container und den Schiffsverkehr auch in weit entfernte Gebiete, wie Europa oder Nordamerika und verbreiten so viele Krankheitserreger rund um die Welt. Sie können mehr als 20 Viren übertragen, darunter auch das Dengue-Virus. Das Gleiche gilt auch für Zierpflanzen, wie etwa der beliebte „Glücksbambus“, auch dort werden die Eier über der Wasseroberfläche abgelegt.

Rasante Ausbreitung

Auch in Deutschland fühlen sich diese invasiven Mückenarten recht wohl und haben sich rapide ausgebreitet, wie etwa die Asiatische Buschmücke. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurde diese Art nachgewiesen. Weshalb sich immer mehr Stechmücken aus dem Ausland hier ausbreiten, das wird seit 2012 von Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) erforscht und im Projekt „Mückenatlas“ erfasst. An diesem Projekt kann sich jeder beteiligen. und so landen bis zu 100 Einsendungen täglich im Forschungszentrum. Dort werden die eingesandten Mücken untersucht, bestimmt und kartografiert. Wer sich aktiv an der Forschung über die Verbreitung verschiedener Stechmückenarten in Deutschland beteiligen und außerdem gerne erfahren möchte, mit welcher Mückenart er es zu tun hat, kann ausgewachsene Mücken an das Projekt „Mückenatlas“ schicken.

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