In Deutschland herrscht aktuell ein Mangel an unzähligen Medikamenten. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sind aktuell mehr als 300 Medikamente von den Lieferengpässen betroffen.

Welche Medikamente sind aktuell knapp?

Seit einigen Wochen gibt es massive Lieferschwierigkeiten bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften. Auch Mittel für Erwachsene sind betroffen, etwa Krebsmedikamente und Antibiotika. Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat auf seiner Website eine Liste mit den aktuell von den Lieferproblemen betroffenen Medikamenten veröffentlicht. Diese wird regelmäßig aktualisiert. Am Mittwoch, 21.12.2022, enthielt die Liste 343 Einträge. Laut Institut stammen die Informationen vom pharmazeutischen Unternehmer und werden durch Daten aus der Arzneimittel- und Antrags-Datenbank (AmAnDa) des Bundes ergänzt. Die Liste enthält auch eine Datumsangabe, bis wann die Lieferprobleme anhalten könnten. Hier gibt es die Liste mit den Mangel-Medikamenten.

Warum gibt es den Medikamenten-Mangel?

Als Gründe für den aktuellen Medikamenten-Mangel werden häufig die aktuelle Erkrankungswelle, die Corona-Pandemie sowie der Ukraine-Krieg und die damit einhergehende Energiekrise genannt. Die globalen Produktionsstätten und Lieferketten würden durch die Krisen erheblich beeinträchtigt. Viele Medikamente und Wirkstoffen werden in China oder Indien hergestellt.

Wie lange soll der Mangel an Medikamenten noch dauern?

Hausärzte und Apotheker rechnen mit einem anhaltenden Medikamenten-Mangel in den kommenden Monaten. Nicola Buhlinger-Göpfarth, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Die Lieferengpässe sind in den Hausarztpraxen sehr deutlich zu spüren. Die Hausärztinnen und Hausärzte müssen inzwischen sehr viel Zeit investieren, um, sofern dies überhaupt möglich ist, Medikationen umzustellen.“ Auch der Apothekerverband Nordrhein erwartet lang anhaltende Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten. „Es wird viele Monate dauern, bis die Versorgungssituation besser wird. Wir gehen davon aus, dass die Lieferprobleme auch 2023 anhalten und noch weitere Arzneimittel betroffen sein werden“, sagte Verbandschef Thomas Preis der Zeitung.