Glosse Mathematiker untersucht Fingerknacken

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Berlin / Michael Gabel 04.04.2018

Es steht auf der Liste der nicht lauten, dafür aber nervtötenden Geräusche ganz oben: das Fingerknacken. Mit systematischem Zupfen an den Gliedern vertreibt sich mancher die Langeweile. Andere bekämpfen so ihre Nervosität. Darüber hinaus sind Fingerknacker in ihre Beschäftigung oft so vertieft, dass sie gar nicht merken, wie sehr sie ihrer Umwelt zusetzen. Immerhin scheint jetzt wissenschaftlich belegt zu sein: Es sind nicht die Knochen selbst, die so fies knacken. Das Geräusch kommt von zerplatzenden Gasbläschen in den Gelenk-Zwischenräumen.

Wissenschaftler Chandran Suja von der Stanford University beschreibt das Phänomen so: Das Gas sei in der zähen Gelenkschmiere gelöst. Beim Auseinanderziehen perlen Gasbläschen aus, die sich aber in Folge von Druckschwankungen gleich wieder verkleinern. „Das ist das Geräusch, das wir hören“, sagt Suja. Zu dieser Erkenntnis führten aber nicht etwa medizinische Untersuchungen. Suja ist Mathematiker – und berechnete die Druckverhältnisse in den Gelenken.

Nicht beantwortet ist allerdings die Frage, ob häufiges Fingerknacken den Gelenken schadet. Ärzte vermuten, dass dies der Fall ist. Deshalb hier ein Gesundheitstipp für alle Gestresste und Gelangweilte: Mit dem Kugelschreiber klicken kann ebenfalls entspannen, wenn die Übung oft genug wiederholt wird. Und es nervt die Mitmenschen mindestens genauso.