Als im Frühjahr 2022 die meisten Corona-Beschränkungen wie die Maskenpflicht und die 2G-Regel wegfielen, war die Zeit bis zum Herbst noch lange. Nun sind es nur noch wenige Wochen, bis die Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz auslaufen und die Sorge vor einer neuen Infektionswelle wieder größer wird. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Ampel-Koalition das neue Infektionsschutzgesetz, mit dem eine weitere Corona-Welle im Herbst eingedämmt werden soll, fertig ausgehandelt.
  • Welche Pläne gibt es für die Rückkehr zur Maskenpflicht?
  • Was entscheiden die einzelnen Bundesländer?
  • Ab wann gelten neue Corona-Maßnahmen?

Neue Corona-Regeln im Herbst: Muss man wieder Maske tragen?

Die Sommerwelle ist noch nicht vorbei, die Sorgen vor noch mehr Infektionen im Herbst wachsen: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach befürchtet eine „katastrophale“ Corona-Entwicklung, sollten vor dem Herbst keine tauglichen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus beschlossen werden. Nachdem die meisten Corona-Regeln schon Anfang des Frühjahrs weggefallen sind, gibt es derzeit nur noch eine Art Basis-Schutz beim Masketragen. Die Pflicht gilt etwa in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Innerhalb der Ampel-Regierung gilt bei den Corona-Schutzmaßnahmen vor allem die FDP als Bremser. Justizminister Marco Buschmann hatte vergangene Woche in Aussicht gestellt, dass eine Maskenpflicht wieder kommen könnte. Nun sind die Pläne konkreter.

Länder sollen ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen können

Seit 3. August 2022 ist klar: Zum Schutz vor einer Herbst-Coronawelle sollen die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Das sieht ein Entwurf für das Infektionsschutzgesetz vor, wie Bundesgesundheits- und Bundesjustizministerium gemeinsam mitteilten.
Die einzelnen Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen und in Restaurants soll es allerdings Ausnahmen für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen geben. Befürchtet ein Land, dass sein Gesundheitssystem oder andere kritische Infrastruktur zusammenbricht, sollen auch Maskenpflichten bei Veranstaltungen draußen möglich sein, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Dann soll es auch keine Ausnahmen für Getestete, Genesene und Geimpfte geben.
Die Maßnahmen sollen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten. Als nächstes wird sich das Kabinett mit den Vorschlägen befassen, dann ist der Bundestag am Zug.

Wo soll in ganz Deutschland weiter Maskenpflicht gelten?

Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Eine Maskenpflicht in der Schule ist nur vorgesehen, wenn sonst kein geregelter Präsenzunterricht möglich wäre - und auch dann nur ab dem fünften Schuljahr.

Signale für Maskenpflicht im Herbst 2022 waren bereits da

Bei den Vorbereitungen für einen wieder ausgeweiteten Corona-Schutz im Herbst zeichneten sich zuletzt schon Regelungen zur Maskenpflicht ab. Justizminister Buschmann hatte die Wirksamkeit von Masken gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe als „unstreitig“ bezeichnet. „Deswegen wird eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen in unserem Konzept sicher eine Rolle spielen.“ Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist grundsätzlich für Vorgaben zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Signale von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine Maskenpflicht in Innenräumen im Herbst sind auf ein geteiltes Echo gestoßen.
mit dpa