Glosse Markenstreit um einen Schlachtruf

 Foto: EYTHOR ARNASON ICELAND OUT/EPA/dpa
Foto: EYTHOR ARNASON ICELAND OUT/EPA/dpa © Foto: EYTHOR ARNASON ICELAND OUT/EPA/dpa
Berlin / Michael Gabel 05.04.2018

Knapp zwei Jahre ist es her, da waren die Fußball-Fans alle ein bisschen für Island. Unter Wikinger-Geklatsche und markerschütternden „Hú“-Rufen ihrer heimischen Anhänger schossen die Insel-Kicker manchen Großen wie England aus der Europameisterschaft und kamen bis ins Viertelfinale.

Der isländische Cartoonist Hugkleikur Dagsson wollte das Hochgefühl zeichnerisch festhalten und schuf einen Landsmann in einem Nationaltrikot, mit einem „Hú!“ als Sprechblase. Das Bild druckte er auf T-Shirts und verkaufte diese. Alle freuten sich über die lustigen Hemden. Nur einer nicht.

Der heißt Gunnar Thor Andrésson, produziert ebenfalls Kleidung und behauptete, er sei im Besitz der Wortmarke – allerdings für „Húh“ mit h. Aber das sei ohne Bedeutung. Ein Rechtsstreit drohte, bis Andrésson klein beigab und unter dem Eindruck der landesweiten Empörung bekannt machte, dass er die Sache nicht mehr weiter verfolgen werde. Dabei hätte er vor Gericht sogar ganz gute Chancen gehabt. „Hú“ kann nämlich nach Ansicht von Experten durchaus eine Marke sein, vergleichbar mit den „Ja!“-Lebensmitteln der Handelskette Rewe.

Islands Fußballfans können also beruhigt sein. Sie dürfen weiter „Hú“ rufen, so viel sie wollen, denn ihr Schlachtruf fällt ja nun doch nicht unter das Markenrecht. Und ein „Huhu!“ zur Begrüßung ist sowieso erlaubt.

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