Am 08.12.2022 feiert die römisch-katholische Kirche das Fest Maria Empfängnis. An diesem Feiertag gedenkt man der Geburt Marias, die dem katholischen Glauben nach ohne Sünde geboren wurde. Der christliche Feiertag heißt vollständig „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ und liegt in den Adventswochen. Er wird genau neun Monate vor dem Fest der Geburt Marias begangen. Alle Infos zum katholischen Feiertag Maria Empfängnis findet ihr hier.

Wann ist Maria Empfängnis 2022?

Die römisch-katholische Kirche feiert jedes Jahr am 8. Dezember das Hochfest der Maria Empfängnis. Im Jahr 2022 fällt der christliche Feiertag auf einen Donnerstag.
Die orthodoxe Kirche feiert Mariä Empfängnis hingegen einen Tag später am 9. Dezember.

Maria Empfängnis 2022: Feiertag in Bayern?

Viele verwechseln Maria Empfängnis mit Maria Himmelfahrt. Daher fragen sich viele, ob es sich dabei um einen Feiertag in Bayern handelt. Die Antwort ist leider enttäuschend: Maria Empfängnis ist – im Gegensatz zu Maria Himmelfahrt im August – kein Feiertag in Bayern.

Österreich, NRW, BW: Wo ist Maria Empfängnis ein Feiertag?

Maria Empfängnis ist ein Hochfest der katholischen Kirche. Daher ist naheliegend, dass es sich dabei um einen Feiertag handeln könnte. Doch wo ist das der Fall? Das zeigen wir euch hier detailliert.

Deutschland

Egal ob Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Baden-Württemberg – in Deutschland ist Mariä Empfängnis in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. Schulen, Unternehmen und Geschäfte haben wie gewohnt geöffnet.

Österreich

In Österreich dagegen ist Maria Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag und mit den Sonntagen gleichgestellt. Arbeitnehmer haben am 8. Dezember frei und Schüler haben schulfrei. Doch obwohl der 8. Dezember den Sonntagen gleichgestellt ist, dürfen die Geschäfte und Kaufhäuser in Österreich an Maria Empfängnis geöffnet haben.

Schweiz

Auch in der Schweiz ist der 8. Dezember in bestimmten Teilen ein den Sonntagen gleichgestellter Feiertag. Diese Regelung betrifft überwiegend katholische Kantone und Gemeinden.

Europa und weitere Länder

Im weiteren Europa ist der 8. Dezember in Portugal, Spanien und Italien ein Ruhetag. Aber auch auf anderen Kontinenten feiert man diesen Tag: In südamerikanischen Staaten wie Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru und Paraguay ist Maria Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag.

Bedeutung: Was wird an Maria Empfängnis gefeiert?

Mariä Empfängnis ist die Kurzform, die in der Alltagssprache als Begriff für das Hochfest verwendet wird. Die vollständige Bezeichnung des Festes lautet eigentlich „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“.
Die Kurzform kann allerdings auch zu einem Missverständnis führen. Denn der Genitiv „Maria“ bedeutet irrtümlicher Weise nicht, dass Maria empfangen hat, sondern dass sie von ihrer Mutter empfangen wurde. Es geht dem Glauben nach also um die Zeugung Marias und genau neun Monate später wird das Fest „Maria Geburt“ gefeiert.
Das heutige Hochfest hat also nicht direkt mit der Jungfrauengeburt zu tun, wie man meinen könnte. Bei Maria dreht sich zwar alles darum, dass sie Gottes Sohn zur Welt gebracht hat, dass sie aber von Gott dazu bestimmt worden ist, war ab dem ersten Moment ihrer Zeugung klar. Das heutige Hochfest kann daher auch als Erwählung Marias bezeichnet werden.
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Maria Empfängnis: Was hat es mit der Erbsünde auf sich?

Zunächst einmal, was ist Sünde? Die Sünde ist das, was den Menschen von Gott trennt. Mit der Erbsünde ist keine bestimmte Tat oder ein bestimmtes Verhalten gemeint. Es bedeutet vielmehr, dass wir Menschen immer wieder in diese Verstrickungen von Boshaftigkeit geraten und das die Entfernung von Gott zufolge hat. Es ist also ein Zustand, aus dem Gott den Menschen befreien will. Aus diesem Grund hat Gott den Menschen seinen Sohn geschickt.
Die heilige Maria ist der erste Mensch, der aus diesem Zustand der Erbsünde herausgenommen wurde, weil sie Jesus zur Welt gebracht hat. Mit Maria beginnt dem christlichen Glauben nach etwas völlig Neues in der Menschheitsgeschichte. Genau aus diesem Grund ist das heutige Hochfest auch mit Weihnachten verbunden.
Die Weihnachtskrippe ist eine Nachbildung der Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Christi.
Die Weihnachtskrippe ist eine Nachbildung der Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Christi.
© Foto: Pixabay

Ursprung und Entwicklung des Festes Maria Empfängnis

Das Hochfest Maria Empfängnis hat seinen Ursprung bereits im 7. Jahrhundert. Liturgisch wird seitdem das Fest Empfängnis der heiligen Anna am 8. Dezember gefeiert. Danach verbreitete sich das Fest über Italien nach England und Frankreich. Im Jahr 1476 erhielt der Feiertag von Papst Sixtus IV. seinen offiziellen Rang als Fest der Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria, kurz Maria Empfängnis.
Im Jahr 1708 wurde das Fest von Papst Clemens XI. über die gesamte Kirche ausgeweitet. Im Zuge der Verkündigung des Dogmas der unbefleckten Empfängnis Marias durch Papst Pius IX. im Jahr 1854 gewann es noch mehr an Bedeutung. Seit 1953 wurde es in Rom zum festen Bestandteil des Brauchtums, dass der Papst am Nachmittag des 8. Dezembers an der Säule der unbefleckten Empfängnis auf der Piazza di Spagna zur Heiligen Jungfrau Maria betet.