Mannheim Mannheim prüft Einrichtung eines Drogenkonsumraums

Utensilien für den Konsum von Drogen liegen in einem Drogenkonsumraum. Foto: Christophe Gateau/Archiv
Utensilien für den Konsum von Drogen liegen in einem Drogenkonsumraum. Foto: Christophe Gateau/Archiv © Foto: Christophe Gateau
Mannheim / DPA 24.07.2018

Die Stadt Mannheim prüft die Einrichtung eines Drogenkonsumraums. Wie eine Sprecherin am Dienstag mitteilte, besteht hohes Interesse an einer solchen Anlaufstelle. In einem solchen Raum könnten schwerst Drogenabhängige mitgebrachte Drogen wie Heroin und Kokain unter hygienischen Bedingungen einnehmen. „Die Verwaltung prüft aktuell, wie unter den Rahmenbedingungen des Landes die Einrichtung eines Drogenkonsumraums in Mannheim realisiert werden kann“, teilte die Sprecherin mit. Die Kosten für Drogenkonsumräume müssen die Kommunen selbst tragen.

Die grün-schwarze Landesregierung will Drogenkonsumräume in Städten mit mehr als 300 000 Einwohnern zulassen. Neben Stuttgart und Karlsruhe kommt auch Mannheim in Betracht. Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte, man gehe davon aus, dass die entsprechende Rechtsverordnung Anfang 2019 in Kraft tritt. Sie soll zunächst auf drei Jahre befristet sein. In dieser Zeit soll die Arbeit in den Einrichtungen auf kommunaler Ebene wissenschaftlich evaluiert werden.

Der Drogenverein Mannheim (DVM) begrüßte das Vorhaben der Stadt. „Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zu Drogenkonsumräumen haben sowohl den Nutzen für die Konsumenten als auch für die Bevölkerung gezeigt“, teilte DVM-Geschäftsführer Philip Gerber mit. Ihm zufolge würde der DVM einen Konsumraum nicht nur unterstützen, sondern auch realisieren. Drogen werden in solchen Räumen unter Aufsicht genommen. Lebensgefährliche Überdosierungen sowie die Übertragung von Infektionskrankheiten - etwa HIV - können dadurch vermieden werden.

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