Tübingen Mann in Tübingen wegen Vergewaltigungen angeklagt

Schild vor dem Eingang des Landgerichts Tübingen. Foto:Sebastian Kahnert/Archiv
Schild vor dem Eingang des Landgerichts Tübingen. Foto:Sebastian Kahnert/Archiv © Foto: Sebastian Kahnert
Tübingen / DPA 31.01.2018

Am Landgericht Tübingen hat der Prozess gegen einen jungen Mann wegen zwei Vergewaltigungen und zwei versuchten Vergewaltigung begonnen (Aktenzeichen: 3 KLs 47 Js 13956/17). Er soll im Mai und Oktober 2015 drei Frauen auf ihrem Heimweg von Partys abgepasst und angegriffen haben, wie aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Eine von ihnen soll er unvermittelt ins Gebüsch gestoßen und sie fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben, woraufhin sie ihre Gegenwehr aufgab und er sie vergewaltigte. In zwei weiteren Fällen ergriff er nach einem Kampf mit den Frauen aus Angst, entdeckt zu werden, die Flucht. Außerdem soll er im Februar 2017 eine behinderte Frau unter einem Vorwand zu sich eingeladen und vergewaltigt haben.

Zum Prozessauftakt wollte der nach eigenen Angaben 22-Jährige zu mindestens einer Tat aussagen. Die Öffentlichkeit wurde davon ausgeschlossen, weil der Mann zum Tatzeitpunkt möglicherweise noch Heranwachsender war und sein Verteidiger den im Jugendstrafverfahren möglichen Ausschluss zum Schutz des Angeklagten beantragt hatte. Der Angeklagte stammt aus Gambia und war vor drei Jahren nach Deutschland gekommen. Laut Staatsanwaltschaft hat er verschiedene Geburtsdaten angegeben. Am Gerichtsverfahren ist ein Sachverständiger zur Frage der Alterfeststellung beteiligt. Ein Urteil wird für 27. März erwartet.

Die Polizei wurde im März 2017 auf den mutmaßlichen Täter aufmerksam, weil eine Frau Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet hatte. Er bestritt den Vorwurf und gab eine Speichelprobe ab. Diese Spur führte laut Staatsanwaltschaft mit Hilfe des Landeskriminalamts Stuttgart zu drei ungeklärten Fällen in Tübingen aus dem Jahr 2015. Im Juli wurde er festgenommen.

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