Kleidung Männer holen auf: Ein Schuh kommt selten allein

Schuhe werden auch für den Mann wichtiger.
Schuhe werden auch für den Mann wichtiger. © Foto: Yaoinlove /Shutterstock.com
Joanna Stolarek 14.07.2017

So ein Schuh passt immer. Hinein in den Laden, anprobieren, zack, gekauft. Erfolgserlebnis und gute Laune garantiert.  Es funktioniert vor allem bei Frauen. Sie lieben Schuhe und besitzen jede Menge davon, so das Klischee.

Ein wenig stimmt das schon. Das Statistische Bundesamt  hat nachgezählt: Für Damenschuhe wird in Deutschland fast doppelt so viel Geld ausgegeben wie für Männerschuhe. Alleinstehende Frauen gaben im Jahr 2015 rund 168 Euro aus, Männer nur 96 Euro.  Acht paar Schuhe hat der Durchschnittsmann, die Frau mehr – nämlich 17.

Ab den 1920ern wurden die Schuhe zu modischem Beiwerk

Katharina Tietze beschäftigt sich wissenschaftlich mit Schuhen. Sie ist Design-Professorin an der Hochschule der Künste in Zürich. Frauen bräuchten mehr Schuhe, sagt sie, weil sie verschiedene Schuhe zu verschiedenen Gelegenheiten tragen. Das war nicht immer so: Bis etwa 1910 waren Treter reine Gebrauchsgegenstände. Fußbekleidung mit einer klaren Verwendung. Für beide Geschlechter. „Da trugen Frauen dann eben auch Schnürstiefel zu allen möglichen Anlässen“, sagt Tietze. Dann wurden die Rocksäume in den 1920ern kürzer und die Schuhe ein modisches Beiwerk.

Nun stehen wir, so die Forscherin, vor der nächsten Revolution. Männer und Frauen kommen sich wieder näher. In der Schuh-Mode. Männer geben mehr Geld für edles Schuhwerk aus. Glücklich macht sie aber nach wie vor eher der neue  Rasenmäher.