Montréal Luka Magnotta: Geständnis zum Prozessauftakt

"Pornomörder" Luka Magnotta steht vor Gericht.
"Pornomörder" Luka Magnotta steht vor Gericht. © Foto: AFP/ Service de Police de la Ville de Montreal.
AFP/DPA 30.09.2014
Er soll sein Opfer auf brutalste Weise getötet haben und verschickte Teile der Leiche per Post. Jetzt wird Luka Magnotta in Kanada der Prozess gemacht.

Auftakt im Mordprozess gegen den früheren Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta in Kanada. Er soll seinen chinesischen Ex-Freund ermordet und zerstückelt haben. Der Angeklagte, der nach aufsehenerregender Flucht in Berlin gefasst worden war, hat gestanden. Der 32 Jahre alte Magnotta und seine Anwälte hätten sich geeinigt, dass der in den Akten geschilderte Tathergang stimme, teilte der Richter mit.

In dem Verfahren geht es um einen der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre: Dem früheren Pornodarsteller wird vorgeworfen, im Mai 2012 seinen Ex-Freund, den 33-jährigen Lin Jun, mit einem Eispickel getötet und Filmaufnahmen der Tat ins Internet gestellt zu haben. Der Torso des Opfers wurde in einem Koffer im Müll nahe Magnottas Wohnung in Montréal gefunden, später entdeckte die Polizei den Kopf in einem Park.

Magnotta schickte der Anklage zufolge auch Leichenteile an politische Parteien in Ottawa sowie an Schulen in Vancouver. Nach der Tat floh der Kanadier über Frankreich nach Deutschland, wo er in einem Berliner Internetcafé erkannt und festgenommen wurde.

Verantworten muss sich der 32-Jährige nun wegen Mordes und Leichenschändung, der Verbreitung obszönen Materials sowie der Belästigung von Politikern. Es wird erwartet, dass sich der Prozess in dem kleinen Gerichtssaal in Montréal, der lediglich 13 Zuschauer fasst, über zwei Monate hinziehen wird. Bei einem Schuldspruch droht Magnotta lebenslange Haft. Das Gericht will in dem Prozess, der auf Englisch und Französisch geführt wird, rund 60 Zeugen befragen.