Um personelle Engpässe aufzufangen und die Zahl plötzlicher Zugausfälle zu reduzieren, will das Land Baden-Württemberg Lokführer-Bereitschaftstruppen an mehreren Standorten im Südwesten aufbauen.

Geplant seien solche Einsatzgruppen neben Stuttgart auch in Ulm, Offenburg und in Tuttlingen/Singen, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag sagte. Zuvor hatten „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ darüber berichtet.

Ursprünglich war geplant gewesen, dass das Projekt ein Jahr lang laufen soll. Nun solle es bis zum Jahr 2023 dauern, sagte der Sprecher. Der Personal-Pool wird in jeder Region aus einer „Sitzbereitschaft“, die kurzfristig einspringen kann, und einer Langzeitreserve bestehen.

„Wir sorgen quasi für einen weiteren Sicherheitspuffer, damit die verschiedenen Eisenbahnunternehmen im Bedarfsfall schnell auf zusätzliches Personal zurückgreifen können. Mit diesem Service helfen wir, ärgerliche Zugausfälle zu vermeiden“, wurde Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums zitiert.

Im Mai hatte DB Regio mitgeteilt, gemeinsam mit dem Land eine Einsatzflotte und eine Bereitschaftstruppe am Knotenbahnhof Stuttgart aufbauen zu wollen. Die Einsatzbereitschaft wird nach Mitteilung des Ministeriums nun europaweit ausgeschrieben. Auch freie Anbieter, die Lokführer ausleihen, könnten sich bewerben, wie der Sprecher sagte.