• Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene sollen gelockert werden. Spahn rechnet spätestens kommende Woche mit einem Beschluss.
  • Besuch von Geschäften, Zoos und Friseur soll für Geimpfte ohne Test möglich werden
  • Quarantäne soll für Geimpfte teilweise wegfallen
Vollständig Geimpfte und Genesene sollen in der Corona-Krise wieder mehr Rechte bekommen.

Video Einheitliche Regeln für Geimpfte in Sicht

Noch diese, spätestens kommende Woche soll eine entsprechende Verordnung von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, sagte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin nach der Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts. Demnach will die Regierung eine Gleichstellung von vollständig Geimpften mit tagesaktuell Getesteten und Genesenen einführen. Das sei verfassungsrechtlich geboten, sagte Spahn. Vollständig Geimpfte hätten ein deutlich reduziertes Infektionsrisiko für andere.

Berlin

Vollständig Geimpfte und Genesene für private Treffen und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen

Durch die Neuregelung sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen weitgehend entfallen. Bundesjustitzministerin Christine Lambrecht hatte zuvor vorgeschlagen, dass vollständig Geimpfte und von Corona Genesene etwa von Auflagen für private Treffen und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen werden. Wenn belegt sei, dass von beiden Gruppen keine besondere Gefahr mehr ausgehe, müssten die Einschränkungen ihrer Grundrechte zurückgenommen werden, hatte sie argumentiert.

Geimpfte und Genesene ohne Test in Läden, Zoos oder zum Friseur

Geimpfte und Genesene sollen auch ohne vorherige Tests zum Beispiel Läden betreten, Zoos besuchen oder zum Friseur gehen können. Sie dürften sich dann auch mit mehreren anderen Geimpften treffen und würden bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt.

Keine Quarantäne nach Reisen für Geimpfte und Genesene – Maskenpflicht bleibt

Geimpfte sollen sich außerdem nicht mehr in Quarantäne begeben müssen, sofern sie nicht aus einem Gebiet kommen, wo es besonders gefährliche Virusvarianten gibt, erläuterte der Minister. Dafür solle eine Änderung der Einreiseverordnung sorgen. Als Nachweis gelte der Impfpass oder ein entsprechendes Formular; geplant sei zudem ein digitaler Impfnachweis. Allerdings sollen Geimpfte laut Entwurf auch weiter Masken tragen und Abstand halten. Eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes solle es ermöglichen, dass neben Arztpraxen auch Apotheken den digitalen Impfpass ausstellen können, so Spahn.
Mehrere Bundesländer haben Teile dieser Regelung bereits umgesetzt und Geimpfte mit negativ Getesteten gleichgestellt.