Leute im Blick vom 10. September

SWP 10.09.2012

Roman Polanski

Der Filmregisseur Roman Polanski hat in seinem ersten Interview nach seiner Inhaftierung in der Schweiz wegen eines Sexualdelikts gebeten, nicht weiter auf diesen Aspekt seiner Vergangenheit reduziert zu werden. "Diese Geschichte ist ein Teil meines Lebens - ja. Aber die Leute wollen, dass sie Teil meiner Persönlichkeit wird. Dagegen wehre ich mich", sagte der 79-Jährige der "Welt am Sonntag". Er habe sich schuldig gemacht und sei dafür damals ins Gefängnis gegangen. Es sei eine Belastung, ständig Stellung dazu nehmen zu müssen. Der Regisseur war im September 2009 in der Schweiz festgenommen worden, weil er 1977 im kalifornischen Los Angeles sexuelle Kontakte mit einer 13-Jährigen hatte. Nach seiner Festnahme 2009 saß er zwei Monate in Haft, anschließend stand er acht Monate lang unter Hausarrest in Gstaad und musste eine elektronische Fußfessel tragen. "Rückblickend denke ich, dass die Schweizer gar nicht anders handeln konnten", sagte der französisch-polnische Filmemacher. "Sie mussten auf Unterlagen warten, die nachweisen konnten, dass ich meine Strafe damals abgesessen hatte. Nur weigerten sich die Amerikaner, diese Dokumente herauszugeben." Die USA, in die er nicht einreisen darf, nannte Polanski einen "bigotten Kontinent". "Zum einen herrscht dort dieser Puritanismus, zum anderen ist es der weltweit größte Produzent von Pornografie."

Katharina Thalbach

Die Schauspielerinnen Katharina Thalbach (58) und ihre Tochter Anna (39) wünschen sich mehr gemeinsame Filmauftritte. "Dadurch, dass wir uns ja sehr ähnlich sehen, sind die Angebote begrenzt", sagte Katharina Thalbach der "B.Z.". Es sei schon vorgekommen, dass eine von beiden in einem Film nicht mitspielen durfte, weil die andere schon dabei war. "Wenn man sich zu ähnlich sieht, verwirrt das die Fernsehzuschauer, heißt es dann."

Stefan Raab

Der Entertainer Stefan Raab will eine eigene politische Talkshow starten. Erster Sendetermin bei Pro 7 sei der 11. November, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Danach soll sie etwa einmal im Monat am Sonntagabend ausgestrahlt werden, zur gleichen Sendezeit wie Günther Jauch auf ARD. "Ich will die einzige relevante Talkshow im Privatfernsehen machen", sagte Raab. Man dürfe solche politischen Gesprächsrunden nicht den öffentlich-rechtlichen Sendern überlassen. Er glaube durchaus, "dass man die jungen Zielgruppen mit solchen Formaten wieder für Politik interessieren kann", sagte Raab. In der Sendung sollen fünf Gäste nacheinander über vier gesellschaftlich relevante Themen diskutieren. Laut Raab sollen das "zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger" sein. Die Zuschauer können dabei per Telefon direkt ihre Sympathien für die Gäste bezeugen. Schafft es einer der fünf, am Ende der Runde mehr als 50 Prozent der Zuschauerstimmen auf sich zu vereinen, erhält er die Siegprämie von 100 000 Euro. Aus diesem Grund soll die Sendung auch "Absolute Mehrheit" heißen. "Meinung muss sich wieder lohnen", so Raabs Erklärung für die hohe Gewinnsumme.

Paul McCartney

Weitere Auszeichnung für Paul McCartney: Dem Ex-Beatle ist am Samstag von Frankreichs Präsident François Hollande der Orden der französischen Ehrenlegion überreicht worden. Der britische Musiker werde damit für sein Lebenswerk geehrt, teilte der Elysée-Palast in Paris mit. Die Veranstaltung fand im Beisein von McCartneys Familie aber ohne Journalisten statt. McCartney veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter drei Fotos von der Verleihung der Medaille. "Ratet, wo ich bin", twitterte der 70-jährige Musiker zu einem Bild, das ihn in einem getäfelten Saal des Präsidentenpalasts in Paris zeigt. Ein weiteres zeigt ihn und Hollande bei der Vergabe des Ordens. Der aus Liverpool stammende McCartney war 1996 bereits in Großbritannien mit der Ritterwürde geehrt worden - seither darf er sich "Sir" nennen.