Mosbach Leiche in abgebrannter Kneipe: Mann wegen Mordes verurteilt

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David Ebener/Archiv
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David Ebener/Archiv © Foto: David-Wolfgang Ebener
Mosbach / DPA 13.08.2018

Mehr als sieben Monate nach dem Fund einer Leiche in einer abgebrannten Gaststätte in Buchen hat das Landgericht Mosbach einen 55-Jährigen wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es nach Angaben von Montag als erwiesen an, dass der Mann seinen Bekannten 2013 erschossen hatte, weil der eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ und Weltkriegs-Andenken gestohlen haben soll. Er soll die Leiche des 55-Jährigen dann in Folie verpackt und versteckt haben. Die Überreste waren im Januar in der Brandruine einer Gaststätte gefunden worden.

Der geständige 55-Jährige muss fünf Jahre im Gefängnis absitzen, bevor er in den Maßregelvollzug für Suchtpatienten überführt werden kann, wie das Landgericht Mosbach am Montag mitteilte. Dort soll er eine Alkohol-Entziehungskur durchlaufen. Das Urteil Aktenzeichen (E 127) ist nicht rechtskräftig, deshalb gelte der Mann weiter als unschuldig, betonte das Gericht in einer Mitteilung.

Anders als die Staatsanwaltschaft stuften die Richter die Tat als Mord ein - und nicht als Totschlag wie in der Anklage. Sie sahen das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Die Anklage hatte zwar dasselbe Strafmaß beantragt, aber mit dem strafrechtlich weniger schweren Vorwurf des Totschlags. Die Verteidigung hatte ebenfalls eine Verurteilung wegen Totschlags und eine Freiheitsstrafe von höchstens 10 Jahren beantragt.

Der Angeschuldigte soll den Mann tödlich verletzt haben, nachdem dieser im Februar 2013 in sein Haus in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) eingebrochen war und gestohlen hatte. Es gebe keine Hinweise, dass die Männer der rechtsradikalen Szene angehörten, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Beschuldigte hatte seinen Bekannten mit einer Pistole an Oberkörper und Kopf getroffen.

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