Kaum eine Insektenart vermehrt sich so rasant wie der Borkenkäfer. Der Buchdrucker und der Kupferstecher gehören zu den besonders gefährlichen Arten dieser Schädlinge. Beide befallen die Fichte und sind teils für großflächiges Absterben verantwortlich.

Borkenkäfer - Fragen und Antworten

Doch wo ist ihr Lebensraum? Wie gefährlich sind Borkenkäfer? Was sind resistente Bäume? Was sind natürliche Feinde von Larve, Holzwurm und Co.? Gibt es eine Falle und welches Mittel gegen Borkenkäfer-Befall gibt es? Und was hat der Klimawandel damit zu tun? Wir erklären euch, woran ihr die Schädlinge erkennt, warum sie so gefährlich sind und was ihr dagegen unternehmen könnt.

Borkenkäfer: Wie erkennt ihr die Insekten?

In den deutschen Wäldern, Gärten und Parks treibt vor allem der sogenannte Buchdrucker sein Unwesen. Das ist ein brauner Käfer, der etwa vier bis fünf Millimeter groß wird. Unter seinem großen Halsschild ist der Kopf meist nicht zu sehen.

Nicht resistente Bäume: Diese Arten sind besonders vom Borkenkäfer-Befall betroffen:

  • Fichte
  • Lärche
  • Douglasie
  • Schwarzkiefer
  • Weißtanne
So sieht ein Baum aus, der von Borkenkäfern befallen ist.
So sieht ein Baum aus, der von Borkenkäfern befallen ist.
© Foto: dpa

Warum stellen Borkenkäfer so eine große Gefahr dar?

Das große Problem bei Borkenkäfern ist, dass sie auch gesunde Waldbestände angreifen. Voraussetzung hierfür ist eine große Anzahl der Schädlinge. Diese ist allerdings häufig gegeben, da sich die Käfer extrem schnell vermehren können. In einem Jahr kann ein Borkenkäferweibchen bei drei Generationen weit mehr als 100.000 Nachkommen zur Welt bringen, wie forstpraxis.de erklärt.

Borkenkäfer: Vorbeugen und Bekämpfen der Schädlinge

Diese Maßnahmen helfen, um einem Befall mit dem Borkenkäfer vorzubeugen:
  • Die richtige Standortwahl der Bäume
  • Eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung
  • Regelmäßiges Wässern bei anhaltender Trockenheit – vor allem die Flachwurzler im Garten
  • Gefährdete Bäume regelmäßig auf einen möglichen Befall untersuchen
  • Auf Spuren der gefräßigen Schädlinge achten
Ist es schon zu spät, dann hilft es nur noch dem Schädling den Kampf anzusagen. Dies sind einige Maßnahmen, die helfen, die Borkenkäfer zu bekämpfen:
  • Bei Erkennen des Befalls: umgehend handeln
  • Einzelne betroffene Äste sofort entfernen
  • Betroffenes Holz sowie die Rinde nicht auf den Kompost werfen, sondern in die Biotonne
  • Bei Stamm-Befall: Ganzes Gehölz entfernen
  • Direkte Bekämpfung von Borkenkäfern an stehenden Bäumen im eigenen Garten nicht möglich

Klimawandel und Massenvermehrung der Borkenkäfer

In den vergangenen Jahren ist es mit wenigen Ausnahmen stetig wärmer geworden. Da die Entwicklung aller Insekten temperaturabhängig ist, schlagen sich der Klimawandel und seine Folgen auch auf die Population des Borkenkäfers nieder. Die optimale Entwicklungstemperatur des Buchdruckers beträgt 30 Grad Celsius. Durch den Temperaturanstieg in allen Höhenstufen verlängert sich einerseits der Zeitraum, in dem eine Entwicklung der Borkenkäfer möglich ist. Andererseits läuft die Generationsabfolge auch in den Hochlagen rascher ab, weshalb wesentlich mehr Borkenkäfer während eines Jahres gebildet werden können.
Folgende Faktoren begünstigen eine extrem schnelle Fortpflanzung des Schädlings:
  • Trockenheit
  • Hitze
  • Windwurf, Windbruch, Schneebruch
  • generell in geschwächtem oder beschädigtem Fichtenbestand bei anhaltend trockenem und warmem Wetter.

Natürliche Feinde des Borkenkäfers

Das kleine Insekt hat zahlreiche natürliche Feinde. Dazu zählen:
  • Räuber wie Ameisenbuntkäfer und Jagdkäfer
  • Parasitoide wie Erz-, Schlupfwespen
  • Krankheitserreger wie Pilze und Viren.
Sie können in großer Zahl auftreten – jedoch ist ihr Einfluss meist nicht ausreichend, um den Zusammenbruch von Massenvermehrungen des Borkenkäfers herbeizuführen, wie das Bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mitteilt.

Falle - Borkenkäfer mit Pheromonen fangen

Mit Pheromonfallen kann die Borkenkäferpopulationen.überwacht werden. Wichtig dabei ist der richtige Standort der Fallen. Dann lassen sich Informationen über Schwärmverlauf, -Beginn sowie -Höhepunkte und damit Einblick in die Anzahl der Folgegenerationen gewinnen. Mehrjährige Beobachtungszeit gibt Aufschluss darüber, wie sich die Käferdichte regional entwickelt.