Wenn man tippen müsste, auf welchem Planeten außerirdisches Leben existieren könnte, dann würden wohl die meisten Menschen an den Mars denken. Doch Forscher vermuten außerirdisches Leben auf einem Planeten, dessen Oberfläche über 400 Grad heiß ist. Am Boden herrscht dort ein alles zerquetschender Druck von rund 90 bar und die Atmosphäre besteht zu 95 Prozent aus dem Treibhausgas Kohlendioxid. Die Rede ist von der Venus. Zwei Forscherteams haben in den hochliegenden Wolkenschichten des unwirtlichen Planeten mit Radioteleskopen unabhängig voneinander Phosphin entdeckt. Ist dies das Zeichen für Leben im Weltall?

Phosphor als Zeichen für Leben auf der Venus

Der Grund, weshalb die Forscher das Phosphin als Zeichen für außerirdisches Leben sehen, liegt daran, dass dieses Gas in der Natur nicht so ohne weiteres entstehen kann. Es besteht aus einem Phosphoratom, an das drei Wasserstoffatome gebunden sind. In einer Atmosphäre, in der ungebundener Sauerstoff vorhanden ist, kommt so ein Molekül nicht zustande, weil der Phosphor viel schneller mit dem Sauerstoff als mit dem Wasserstoff reagiert.

Gibt es tatsächlich Leben auf der Venus?

Laut einem Artikel auf tagesschau.de kann Phosphin deshalb nur an Orten entstehen, an denen kein freier Sauerstoff in der Chemie mitmischt - im Untergrund von Mooren etwa. Auch im Darm von Fischen wurde Phosphin gefunden. Und im Kot von Pinguinen. Grundsätzlich aber ist Phosphin für Lebewesen, die auf Sauerstoff angewiesen sind, ein starkes Gift. Umgekehrt aber kann es für Lebewesen, deren Stoffwechsel keinen Sauerstoff benötigt, ein wichtiger Teil ihres Stoffwechsels sein. Bei der Suche nach Leben auf Planeten ohne Sauerstoffatmosphäre wird Phosphin deshalb von Astrobiologen als starker Biomarker eingeschätzt.