Crans Montana / DPA

Bei dem Lawinenabgang auf eine Skipiste in der Schweiz ist ein französischer Pistenkontrolleur ums Leben gekommen. Der 34-Jährige starb an seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei in Crans Montana am Mittwoch berichtete.

Bei dem Unglück am Dienstag waren drei weitere Menschen leichter verletzt worden. Ob es sich um ausländische Touristen oder Einheimische handelte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Der Franzose half zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs einer zuvor auf der Piste verunglückten Person. Die beiden sowie ein weiterer Helfer und eine vierte Person wurden von den Schneemassen erfasst. Alle wurden schnell gefunden, so die Polizei. Rettungskräfte suchten in den Schneemassen über Nacht weiter nach möglichen Opfern. Da es keine Vermisstenmeldungen mehr gab, wurde die Suche am Mittwoch eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte wenige Stunden nach dem Unglück eine Untersuchung eingeleitet. Sie prüft, ob Schneesportler abseits der gesicherten Pisten die Lawine auslösten oder ob sie spontan abging. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Unglücks gut, die Lawinengefahr wurde als gering beurteilt.

Schneeforscher Robert Bolognesi glaubt nicht, dass das Risiko unterschätzt wurde. „Diese Lawine löste sich oberhalb der üblichen Höhe von Gleitschneelawinen“, sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Skiweltcuprennen von Crans Montana soll am Wochenende wie geplant stattfinden.

Die Lawine hatte die Skipiste auf einer Länge von 400 Metern verschüttet. Dass Lawinen auf präparierte, gut geschützte Pisten niedergehen, ist selten.

In den vergangenen zehn Jahren wurde nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in der ganzen Schweiz ein Skifahrer auf einer Piste von einer Lawine getötet. Im offenen Gelände, wo Tourenskifahrer abseits der Pisten unterwegs sind, kamen dagegen in zehn Jahren mehr als 220 Menschen durch Lawinen ums Leben, wie Lawinenexperte Kurt Winkler dem Sender SRF sagte.