Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will in der heißen Wahlkampfphase angesichts einbrechender Umfragewerte stärker als bisher auf ein Team setzen. „Wir müssen und werden mehr Köpfe zeigen und machen so deutlich, dass wir ein starkes Team sind“, wurde der CDU-Chef am Freitag von Teilnehmern einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag zur Vorbereitung der Sondersitzung des Bundestags an diesem Mittwoch zitiert. Das sehen aber scheinbar nicht alle in der Partei so. Der „Bild“-Zeitung zufolge, habe eine CDU-Abgeordnete in der Online-Konferenz Laschets Rücktritt gefordert.

Rücktritt Armin Laschets von CDU-Abgeordneter gefordert?

Bei der jüngsten Sitzung der Unions-Fraktion soll die Sylvia Pantel, CDU-Abgeordnete aus Düsseldorf, Kanzlerkandidat Laschet aufgefordert haben, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden“. Das geht aus einem Bericht der „Bild“ hervor, die ihre Informationen aus Teilnehmerkreisen haben will. Die Zeitung zitiert die Abgeordnete Pantel: „Es ist besser, kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen.“

Kanzlerkandidat Laschet: Union als Team?

Mit den Themen der Union würden in den nächsten Wochen auch die profilierten Köpfe der Union in einer Mannschaft sichtbar werden, kündigte Laschet in der Fraktion an. Er sagte demnach: „Während die SPD ihre Leute verstecken muss, können wir mit Stolz unsere kompetenten Köpfe zeigen. Sowohl aus den Ländern als auch aus der Bundestagsfraktion.“ Die Breite der Union solle sichtbar werden.
CSU-Chef Markus Söder sagte nach diesen Informationen in der Fraktionssitzung „Geschlossenheit“ im Wahlkampf und „volle Unterstützung“ für Laschet zu. Söder warnte demnach, dass es „ein enges Rennen werden kann“ und forderte: „Wir müssen jetzt kämpfen.“

CDU/CSU: Schlechte Umfragewerte vor der Bundestagswahl

Nachdem die Union in Umfragen teils nur noch knapp vor der SPD liegt, ist Laschet in der Union unter Druck. An diesem Samstag will die Unionsspitze mit einer zentralen Auftaktveranstaltung in Berlin in die Schlussphase zur Bundestagswahl am 26. September starten. Dabei werden Reden von Laschet, CSU-Chef Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.
Laschet machte nach diesen Informationen zudem klar, warum es bei der Bundestagswahl aus seiner Sicht um eine Richtungswahl geht. Im Wahlkampf müssten die Unterschiede zu SPD und Grünen herausgearbeitet werden. Laschet nannte die Themen Wirtschaft, Finanzen, Innere Sicherheit sowie die Außenpolitik. Er sagte demnach vor den Abgeordneten: „Wenn Rot-Grün oder gar Rot-Rot-Grün käme, wäre die gesamte außenpolitische Stabilität Deutschlands infrage gestellt.“

Bundestagswahl 2021: Laschet sieht Motivation bei Wahlkämpfern

Der CDU-Vorsitzende sagte demnach, die Motivation der Wahlkämpfer sei da, dies habe er erlebt. Es gebe derzeit drei große Themen, die in der Bevölkerung mit Frust verbunden seien, dies müsse man eingestehen: Corona, das Hochwasser und Afghanistan. Laschet sprach mit Blick auf Afghanistan demnach vom „größten Debakel in der Geschichte der Nato“, das damit begonnen habe, dass der US-Präsident einsam verkündet habe, dass die USA abzögen. Dies hätten die Soldatinnen und Soldaten nun auszubaden.