Lars Schlecker war im April vom Bundesgerichtshof zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Ihm und seiner Schwester Meike Schlecker werden Untreue, Insolvenzverschleppung, Bankrott und Beihilfe zum Bankrott ihres Vaters angelastet.

Die Verurteilung der Schlecker-Kinder hatte in den Sozialen Netzwerken Häme und Genugtuung ausgelöst. Doch kaum hat Schlecker seine Haft angetreten, gibt es Diskussionen um die Bedingungen seines Gefängnisaufenthalts.

Berlin/Stuttgart

Was bedeutet offener Vollzug?

Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ verbüßt Lars Schlecker seine Haftstrafe in der „Justizvollzugsanstalt des offenen Vollzuges“ in Berlin-Hakenfelde, einem Teil des Bezirks Spandau im Nordwesten der Hauptstadt.

Beim offenen Vollzug gibt es im jeweiligen Gefängnis keine oder nur verminderte Maßnahmen gegen einen Ausbruch der Insassen. Die Häftlinge gehen beispielsweise tagsüber einer Arbeit außerhalb des Gefängnisses nach und müssen abends in die JVA zurückkehren, sofern sie weder Ausgang noch Urlaub haben.

Rechtsanwalt Benedikt Lux sagte der „Welt“, bei der JVA des offenen Vollzuges handle es sich um einen „vergleichsweise angenehmen Knast“. Eine Bevorzugung von Schlecker oder für andere Prominente könne er jedoch nicht erkennen, da der offene Vollzug in Berlin der Regelvollzug sei.

Warum sitzt Lars Schlecker nicht in einem Gefängnis in Baden-Württemberg?

Die Drogerie-Kette Schlecker hatte im Süden des Landes ihren Hauptsitz, der Vater des Geschwister-Paares, Anton Schlecker, stammte aus Ehingen. Wieso also sitzt Lars Schlecker nun in einem Gefängnis in Berlin? Angeklagte kommen in der Regel dort ins Gefängnis, wo sie ihren Wohnsitz und ihren Job haben. Beides scheint bei Lars Schlecker zuzutreffen.

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