Eine Mutter, die ihre schlafende Tochter mit einem Kissen erstickt hat, muss sich am Mittwoch (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Kempten verantworten. Die damals 47-Jährige hatte das neunjährige Mädchen im September 2016 in Lindau am Bodensee umgebracht. Hintergrund der Familientragödie war, dass der Partner der Mutter sich selbst getötet hatte. Daraufhin entwickelte die Frau aufgrund ihrer Depression Suizidgedanken und war der Überzeugung, die Tochter würde ihren Tod nicht verkraften. Die Mutter überlebte den Suizidversuch jedoch.

Das Landgericht Kempten sprach sie 2018 wegen ihrer psychischen Erkrankung vom Vorwurf des Totschlags frei. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch auf – daher wird nun vor einer anderen Kammer neu verhandelt.