Ein Segway zum Geburtstag – Christian Labaule, ein erfolgreicher Freiburger Verleger, freut sich sehr über das Geschenk seines Sohnes Gernot. Doch die Freude über das elektrische Zweirad dauert kurz, Vater und Sohn brettern gemeinsam in den Tod.

Die SWR-Miniserie „Labaule & Erben“, die auf einer Idee von Harald Schmidt basiert, beginnt absurd und komisch. Aus heiterem Himmel braucht der Verlag eine neue Führung. Der gebildete, verwöhnte Bücherwurm Wolfram Labaule, der noch nie wirklich arbeiten musste, tritt vollkommen unvorbereitet in die Fußstapfen seines Vaters.

Überraschenderweise zeigt Wolfram sich in der Mediensatire als einer, der es jetzt doch wissen will. Der erfolgreich einen Verlag führen möchte – auch wenn er keine Ahnung hat, wie. Zu allem Überfluss droht seine Zeitung in einen Medienskandal zu schlittern, an dem er als Verleger mitschuldig ist.

Uwe Ochsenknecht spielt den verunsicherten Neuling in der Verlagsbranche ruhig und ohne viel Tamtam. Er gleitet mit seiner Rolle von einem Fettnäpfchen zum nächsten, gibt den Protagonisten aber nicht völlig der Lächerlichkeit preis.

Nach dem treibenden, unterhaltsamen Einstieg schaltet die erste Folge der Serie leider einen Gang zurück. Das Erzähltempo ist relativ langsam, die Folge hangelt sich an kleineren Gags entlang. Das ist durchaus unterhaltsam, reicht aber nicht an die wunderbare Absurdität der ersten Szene heran. Wenn Wolfram sich der Freundin seines Sohnes vorstellt und die mit „Cool, voll der Retro-Name, I like“ reagiert, ist das zudem nicht die einzige Szene, in der die überspitzte Darstellung den Humor zu erdrücken droht.

Immerhin erweist sich die Miniserie als überraschend aktuell, weil sie eine journalistische Bombe platzen lässt: Labaules Zeitung druckt wider besseren Wissens gefälschte Bilder, für die das Blatt umgehend einen Preis verliehen bekommt. Der Fall Relotius im „Spiegel“ lässt grüßen.

Info „Labaule & Erben“, von heute an jeden Donnerstag, 22 Uhr, im SWR. Online läuft die Reihe bereits jetzt in den Mediatheken von ARD und SWR.