Meinung Kommentar zur Festnahme von Jan Ullrich: Rasanter Abstieg

Jan Ullrich ist derzeit vor allem mit negativ Schlagzeilen in der Zeitung.
Jan Ullrich ist derzeit vor allem mit negativ Schlagzeilen in der Zeitung. © Foto: Ennio Leanza/dpa
Ulm / Sven Kaufmann 10.08.2018

Mit eisernem Willen radelte Jan Ullrich sich in die Herzen der Deutschen, er stand ganz oben auf dem Gipfel: Ruhm, Geld, Familie. Dann ging es rasant wieder bergab: Doping, Alkohol, Drogen, Trennung und jüngst der Ausraster bei seinem Kumpel Til Schweiger. Jetzt ist Jan Ullrich ganz unten. Der Vorwurf wiegt schwer: Er soll eine Prostituierte misshandelt haben.

Immer wieder kommen Sportstars nach der Karriere ins Straucheln. Etwa der abgestürzte „Fußball-Gott“ Diego Maradona. Oder Wimbledon-Held Boris Becker. Eine Erklärung dafür zu finden, ist schwer. Der plötzliche Wechsel in die Bedeutungs- und Perspektivlosigkeit alleine kann es nicht sein – Steffi Graf oder Kati Witt haben das locker gemeistert .

Ullrich braucht Hilfe

Einfacher ist es dagegen, zu erkennen, was nun zu tun ist: Jan Ullrich ist offenbar krank. Er braucht Hilfe. Dazu gehört eine Therapie und möglicherweise eine strafrechtliche Konsequenz. So dramatisch es klingt, dass „Ulle“ das Problem erkannt hat und in Frankfurt war, um eine Therapie zu beginnen: Dass nun eine Frau das Opfer seines erneuten Kontrollverlustes geworden sein soll, ist kaum zu verzeihen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel