Korntal Knapp 90 Gespräche zu Korntaler Missbrauchsfällen geführt

Mehr als 200 ehemalige Heimkinder werfen der Brüdergemeinde Missbrauch vor. Foto: D. Naupold/Archiv
Mehr als 200 ehemalige Heimkinder werfen der Brüdergemeinde Missbrauch vor. Foto: D. Naupold/Archiv © Foto: Daniel Naupold
Korntal / DPA 17.01.2018

Im Aufklärungsprozess der Missbrauchsfälle in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal sind bis Dienstag dieser Woche 87 Gespräche mit Opfern geführt worden. Weitere 23 seien noch bis Anfang März geplant, hieß es in einer Mitteilung der Mediatoren des Aufklärungsprozesses vom Mittwoch. „Die Aufarbeitung nimmt an Fahrt auf und nimmt inhaltlich schon jetzt in erheblichem Maße Gestalt an.“

Auch der Opfervertreter Detlev Zander habe an einem Gespräch mit der für die Aufklärung zuständigen ehemaligen Richterin, Brigitte Baums-Stammberger, teilgenommen. Zander gilt als das prominenteste ehemalige Heimkind. Er hatte die Missbrauchsvorwürfe 2014 öffentlich gemacht.

Die Moderatoren betonten, dass die sogenannten Anerkennungsleistungen je nach Möglichkeit bis Frühjahr 2018 ausgezahlt werden sollen. Dann will die Brüdergemeinde den Aufklärungsprozess auch abgeschlossen haben. Betroffene sollen in der Regel 5000 Euro, maximal 20 000 Euro als sogenannte Anerkennungsleistung von der Gemeinde erhalten. Strafrechtlich sind die Taten verjährt.

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